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Samstag, 21.06.2014

Stadtrat beerdigt Busbahnhof am Wiener Platz

Statt einen ZOB zu bauen, soll die Haltestelle an der Bayrischen Straße sicherer werden. Durch eine zusätzliche Fläche soll der Bereich neben dem Dresdner Hauptbahnhof entschärft werden.

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(Symbolfoto)
(Symbolfoto)

© dpa

Der zentrale Omnibusbahnhof (ZOB) am westlichen Ende des Wiener Platzes wird wohl für immer ein Traum der Stadtverwaltung bleiben. Nach dem Entscheid des Stadtrates vom Donnerstagabend ist der Baustart für das insgesamt rund acht Millionen Euro teure Projekt so fern wie lange nicht. Offen ist nun unter anderem, was die Stadt mit dem Grundstück, das sie für rund zwei Millionen Euro gekauft hat, anfängt.

Der Stadtrat war mehrheitlich zwei Anträgen von FDP und Grünen gefolgt. Jetzt muss die Stadtverwaltung bis zum Jahresende einen Vorschlag machen, wie die vorhandene Bushaltestelle direkt hinter dem Hauptbahnhof so umgebaut werden kann, dass sie komfortabel und sicher ist. Außerdem muss sich die Rathausspitze überlegen, wo sie künftig die steigende Zahl an Fernbussen unterbekommen will. Die Grünen sehen dafür drei Möglichkeiten: Neben der Bayrischen Straße am Hauptbahnhof sind das der Schlesische Platz am Neustädter Bahnhof und ein Standort in Autobahnnähe, zum Beispiel in Kaditz.

André Schindler von der FDP will vor allem die unübersichtliche Haltestelle an der Bayrischen Straße verbessern. Allein im vergangenen Jahr gab es dort 23 Unfälle. Zwei Personen wurden dabei verletzt. Nutzen will er dafür den Parkplatz des Energieversorgers Enso. Dessen Chef Reiner Zieschank hatte der Stadt zuletzt angeboten, dass sie die Fläche pachten und zum Busbahnhof umbauen könne. „Dort wäre Platz für vier Haltestellen“, so Schindler, der mit Umbaukosten von rund einer Million Euro rechnet.

Der FDP-Mann verspricht sich davon eine gute Lösung für die kommenden Jahre. Den eigentlich geplanten Busbahnhof am Wiener Platz hält er deswegen für überflüssig. „Der Busbahnhof wird sowohl von den Fernbusbetreibern als auch vom Regionalverkehr und den Verkehrsbetrieben abgelehnt.“ Das erworbene Grundstück könne die Stadt ja wieder verkaufen.

Baubürgermeister Jörn Marx (CDU) wollte sich am Freitag nicht zu den neuen Entwicklungen äußern. Die Ausfertigung des Stadtratsbeschlusses liege noch nicht vor. „Wir können uns daher noch nicht zu dessen Umsetzung äußern.“ (SZ/win)

Leser-Kommentare

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Insgesamt 20 Kommentare

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  1. Peter Müller

    Mal wieder totaler Unsinn, derda aus dem Stadtrat kommt. Unabhängig von dem Unsinn mit den Fernbussen braucht Dresden schon lange einen funktionierenden Busbahnhof, der gut mit der Bahn vernetzt ist. Was in jeder Kleinstadt möglich ist, bringt das sächsische Hauptdorf mit unfähiger Verwaltung samt Stadtrat nicht zustande

  2. knut knebel

    das macht total sinn! gut so. DD braucht keinen riesenZOB, kleinere lösungen sind völlig ausreichend. bitte nicht noch mehr nutzlos-überdimensionierte infras a la flughafen. hier kann viel geld gespart werden. ein gut nutzbares provisorium gibt aussedem die chance, die marktentwicklung weiter zu beobachten. ansonsten würde ich mittelfristig durchaus ca. 1 million in den südl. bahnhofsvorplatz stecken, die bayrische strasse ist eh sanierungsobjekt. dieser platzartige raum wird mit neuer organisation und platzoberfläche eine sehr urbane situation abgeben und kann weitere investitionen in der untergenutzten umgebung nach sich ziehen. also großes lob an die räte. ist das ggf schon die neue vernunft im zuge der neuen mehrheiten? ich hoffe. die situation von kleinstädten war und ist eine andere und nicht vergleichbar. das fortschrittlichere leipzig hat auch noch keinen busbahnhof, ich glaube chemnitz auch nicht. das ist ein zeichen total verkorkster förderpolitik des freistaats.

  3. Carsten Weber

    Endlich mal was vernünftiges zum Thema Verkehr aus dem Stadtrat. Jetzt noch eine sinnvolle Lösung zur Königsbrücker Straße und die Stadtratswahl hat sich schon gelohnt. Man fragt sich nur, wie lange der Antragsteller der FDP noch auf sein Parteiausschlussverfahren warten muss? Ein Vorschlag der FDP zur Verbesserung des Verkehrs, der nicht dem MIV dient ist schon seltsam. @knut knebel: Chemnitz hat einen Busbahnhof ca. 400 m entfernt vom Hbf an der Straße der Nationen. Der soll aber unmittelbar an den Hbf verlegt werden. Leipzig hat einen Busbahnhof direkt an der Osthalle des Hbf.

  4. knut knebel

    Danke C.W. ja stimmt. ich meinte zum schluss nicht "busbahnhof" sondern einen genutzten und funktionierenden ZOB. das chemnitzer ding ist mir bekannt, der ist marode und wird mE auch nicht genutzt. LE diskutiert seit wochen heiss um die standortfrage eines ersten richtigen ZOB. bestimmt nicht ohne grund. wohlgemerkt weiß noch niemand, wie das mit den fernbussen weitergeht, allerdings reichen viel kleinere lösungen aus, als man bisher annimmt. in dresden muss der bahnhofsvorplatz ohnehin aufgewertet und neuorganisiert werden, da stören zwei bussteige nicht einmal, ganz im gegenteil. die parkplatzreihe vorm ensohaus fällt natürlich weg. der rest wird zur fußgänger-piazza. nur busse, taxis und sonderdienste dürfen die eine fahrgasse befahren (falls überhaupt vorhanden), wenden können die busse vor der post.

  5. mike

    Das mit dem Ausbau der Haltestellen auf der Bayrischen Straße finde ich sehr sinnvoll. Die Haltestellen dort sind sehr günstig gelegen. Ein ZOB am Bhf. Neustadt würde aus meiner Sicht sehr sinnvoll sein. Dieser ist sehr gut zu erreichen. Nur die mit der Bahn kommenden Fahrgäste aus Richtung Freiber/Freital müßten umseteigen, für alle anderen wäre es auch nicht anders als wenn der ZOB am Hbf. wäre.

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