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Freitag, 15.06.2018

Stadt verkauft Schießplatz

Auf dem Areal in Mannsdorf sollen vier Eigenheime entstehen. Der Verkauf ist nicht ganz ohne.

Von Jens Hoyer

Eigenheime sollen auf den Flächen gebaut werden, die jetzt vom ehemaligen Schießplatz der GST eingenommen werden. Das Gelände ist im Laufe der Jahre teilweise zugewuchert. Die nicht mehr genutzte ehemalige Sportlergaststätte und die Schießstände müssen abgerissen werden. Auch für das Stadtgut auf der linken Seite sucht die Stadt Käufer.
Eigenheime sollen auf den Flächen gebaut werden, die jetzt vom ehemaligen Schießplatz der GST eingenommen werden. Das Gelände ist im Laufe der Jahre teilweise zugewuchert. Die nicht mehr genutzte ehemalige Sportlergaststätte und die Schießstände müssen abgerissen werden. Auch für das Stadtgut auf der linken Seite sucht die Stadt Käufer.

© Dietmar Thomas

Döbeln. Die Stadt verkauft den ehemaligen Schießplatz der Gesellschaft für Sport und Technik (GST) in Mannsdorf. Bis zur Wende schossen dort Sportschützen und künftige NVA-Soldaten in der vormilitärischen Ausbildung mit Kleinkaliberwaffen. Später waren die dazugehörigen Gebäude von der Stadt als Sportlergaststätte verpachtet. Vor vier Jahren gaben die Betreiber auf. Seitdem sucht Döbeln eine Lösung für das Gelände, das aus gepflegten Wiesenflächen und dem verwilderten Schießplatz besteht. „Es hat etwas länger gedauert. Anfragen hatten wir einige. Aber wir wollten vermeiden, dass nur die guten Grundstücke verkauft werden und der Schießplatz übrig bleibt“, sagte Jürgen Aurich, zuständig für die Liegenschaften der Stadt. Das Schießplatzgelände ist nicht ganz ohne. Dort stehen Gebäude und massive Unterstände, die abgerissen werden müssen. Und es existieren die Erdwälle, die das ganze Areal umziehen. Jetzt ist eine Lösung gefunden. Am Donnerstag gab der Stadtrat grünes Licht für den Verkauf.

Insgesamt passen fünf Eigenheime an diesen Teil der Alten Gutsstraße, die an das Areal angrenzt. Ein Grundstück hatte die Stadt schon im vergangenen Jahr verkauft. Es ist mittlerweile bebaut. Die anderen Flächen werden in drei Tranchen veräußert.

Die Stadt verkauft das Gelände, wie es steht und liegt. Alle Grundstücke wurden einzeln bewertet. Für den Schießplatz muss die Stadt erhebliche Abschläge in Kauf nehmen, weil die Kosten für Abrisse der ehemaligen Gaststätte, die voll unterkellert ist, und der Schießstände gegengerechnet werden. Die beiden Käufer werden eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts gründen, um die Bebaubarkeit herzustellen, sagte Aurich. Für die 3 400 Quadratmeter große Fläche wird die Stadt knapp 10 000 Euro erhalten.

Die anderen Flächen bringen deutlich mehr ein. Einen anderen, verwilderter Teil des Areals, 1 500 Quadratmeter groß, will die Stadt für 24 000 Euro verkaufen. Das beste Grundstück, eine Grünfläche von 1 900 Quadratmetern, geht für rund 42 000 Euro weg.

Auch für das Stadtgut Mannsdorf gleich nebenan sucht die Stadt eine Lösung. Dort gab es schon Kaufinteressenten, die sich dann aber wieder zurückgezogen hatten. Jetzt interessieren sich drei junge Familien für das Gelände, sagte Aurich. Bei einem Verkauf würde die Kommune die Fläche behalten, auf der sich der Feuerlöschteich befindet. Dieser wird mit Regenwasser von der Scheune des Stadtgutes gespeist. „Es müsste vertraglich vereinbart werden, das es dabei bleibt“, sagte Aurich.

Die Stadt hätte mit diesen Verkäufen nicht mehr viele Angebote in ihrem Portfolio. Da wäre noch die Schule in Choren – auch für dieses Objekt gebe es einen Interessenten, mit dem Gespräche geführt werden, so Aurich. Der Verkauf der Villa Selma, den der Stadtrat schon beschlossen hatte, ist bisher noch nicht in Gang gekommen. Das Haus muss erst verkaufsreif gemacht werden. Einige Bäume auf dem Grundstück seien gefällt. Jetzt soll noch das Dach repariert werden, das bei einem Sturm Schaden genommen hatte. Außerdem ist noch ein Seitengebäude vom Müll zu beräumen, sagte Aurich.