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Montag, 17.09.2018

Stadt sucht Konzept für Pinguincafé

Seit März 2017 liegen die Einzelteile der Zoogaststätte im Lapidarium. Zum Jahresende soll Bewegung in die Sache kommen.

Von Juliane Richter

Die Einzelteile der alten Zoogaststätte - hier auf einem Archivbild - liegen im Lapidarium.
Die Einzelteile der alten Zoogaststätte - hier auf einem Archivbild - liegen im Lapidarium.

© Sven Ellger

Generationen von Zoobesuchern haben im alten Pinguin-Café ihren Rundgang unterbrochen, um sich mit einem kleinen Imbiss zu stärken. Im März 2017 musste das DDR-Bauwerk für den Neubau weichen. Der Stadtrat hatte entschieden, dass die Einzelteile im städtischen Lapidarium auf der Bayreuther Straße eingelagert werden. Ein schneller Wiederaufbau an anderer Stelle war geplant – und als Voraussetzung dafür eine zügige Konzeptausschreibung.

Auf SZ-Nachfrage teilt die Stadtverwaltung nun mit, dass der Geschäftsbereich Kultur derzeit diese Ausschreibung vorbereitet. Es soll „dasjenige Konzept den Zuschlag erhalten, das wirtschaftlich tragfähig ist und eine öffentliche Zugänglichkeit des ehemaligen Pinguincafés ermöglicht.“ Die Verwaltung will vorab keinen Ort festlegen, geht aber davon aus, dass es in Dresden sein wird. Die Ausschreibung soll frühestens zum Jahresende erfolgen.

Wie aus Rathausunterlagen hervorgeht, musste der erste Entwurf noch einmal überarbeitet werden. Dieser hatte ursprünglich ein Wiederaufstellen des Cafés im Alaunpark oder nahe dem Gorbitzer Elbamare benannt. Davon ist nun keine Rede mehr. Allerdings wurden diese Ideen auch noch nicht verworfen, heißt es auf Nachfrage. Grund sei vielmehr, Interessenten nicht einengen zu wollen.

Verschenken oder leihen?

Dass sich der Prozess so lange verzögert hat, liege außerdem auch an juristischen Fragen. Es müsse zum Beispiel geklärt werden, ob die Gebäudehülle dann an den Betreiber verschenkt wird oder als Dauerleihgabe anzusehen ist.

Aussagen zum weiteren Zeitplan gestalten sich schwierig, weil sie vom zukünftigen Standort abhängen. „Dennoch wird eine möglichst zeitnahe Aufstellung angestrebt“, heißt es aus dem Amt für Kultur und Denkmalschutz. Die Frage, wie sich die lange Liegezeit von nun schon anderthalb Jahren auf die Einzelteile des Gebäudes auswirkt, lässt das Amt unbeantwortet. 40  000 Euro hatte der Stadtrat für Abbauen und Einlagern freigegeben. Eine Untersuchung der Technischen Universität Dresden hatte ergeben, dass ein Wiederaufbau an anderer Stelle möglich sei. Gebaut wurde das Pinguin-Café ursprünglich 1969 für den 20. Jahrestag der DDR. Damals entstanden mehrere ähnliche Cafés in Berlin. 1973 wurde es neben der Pinguinanlage im hiesigen Zoo wieder aufgebaut. (mit SZ/sr)