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Samstag, 09.06.2018

Stadt muss Wildtiere in Zirkussen dulden

Von Theresa Hellwig

Mit Erleichterung hat der Dresdner Weihnachtscircus-Direktor Mario Müller-Milano einen Landtagsbeschluss aufgenommen. Die Politiker hatten darüber diskutiert, ob Kommunen ihre öffentlichen Flächen an Zirkusse vermieten müssen, die Wildtiere mitführen. Das Ergebnis der Debatte: Kommunen müssen diese Zirkusse dulden!

Von einem Wildtierverbot hält Müller-Milano nichts. „In vielen Städten gibt es keine Zoos. Wo sonst sollen Kinder einen Löwen zu Gesicht bekommen?“ Viel wichtiger seien konsequente und häufige Kontrollen der Tierhaltung. „Deutschland hat ein strenges Tierschutzgesetz“, betont er.

Angst vor Ausbrüchen

Das finden auch die Kritiker des Antrags. Sie beriefen sich auf das Tierschutzgesetz, alles Weitere sei Sache des Bundes. Auch argumentierten sie mit der Berufsfreiheit. Eingebracht wurde der Landtagsantrag von den Grünen, die Sicherheitsbedenken vortrugen. „Ausbrüche von Elefanten, Tigern oder Bären aus Zirkusbetrieben sind vielfach dokumentiert“, erklärte Volkmar Zschocke. Er nannte zum Beispiel einen Vorfall aus dem Jahr 2015, bei dem ein Mann in Baden Württemberg von einem ausgebrochenen Elefanten getötet wurde.

Beschlüsse werden abgeblockt

Sichere, eingezäunte und ausbruchssichere Flächen besäßen die meisten Städte nicht. Unverständnis äußerte er dazu, dass Kommunen über ihre Flächen scheinbar nicht selbst entscheiden könnten.

In Dresden ist das Thema nicht neu. Auch andere sächsische Städte, wie Leipzig, Chemnitz und Annaberg-Buchholz, haben bereits versucht, einen solchen Stadtratsbeschluss durchzusetzen. Die sächsische Landesdirektion erkennt diese jedoch nicht als zulässig an.

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