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Dienstag, 02.10.2018

Stadt fördert Spitzenathleten mit 138 000 Euro

Von Alexander Hiller

Wasserspringerin Tina Punzel gehört zu den Neu-Stipendiaten. Foto: Kairospress
Wasserspringerin Tina Punzel gehört zu den Neu-Stipendiaten. Foto: Kairospress

© kairospress

Wie bindet man die erfolgreichsten Sportler noch fester an ihre Heimatstadt? Die finanziellen Mittel der betreffenden Vereine und auch der regionalen Sponsoren sind begrenzt. Die Schieflage der unterschiedlichen wirtschaftlichen Möglichkeiten erstreckt sich von West nach Ost weiter über den Sport hinaus.

Darüber machten sich Oberbürgermeister Dirk Hilbert und seine Mitstreiter vor zwei Jahren Gedanken. Das Resultat ist ein in Deutschland bislang einmaliges Projekt. Dresden stattete nach Olympia 2016 die damals erfolgreichsten Athleten – die Kanuten Tom Liebscher und Steffi Kriegerstein – mit einem Zweijahresstipendium aus, das den Sportlern jeweils 1 000 Euro pro Monat garantiert. Nun hat Hilbert anlässlich der Sportlerehrung der Stadt weitere sieben Stipendien vergeben.

Weshalb hat Dirk Hilbert die Sportstipendien mit initiiert??

Der Ursprung für das Projekt liegt sechs Jahre zurück. Nach den Olympischen Spielen von London kehrten die beiden Ruder-Olympiasieger Tim Grohmann und Karl Schulze unter anderem wegen fehlender Unterstützung der Stadt den Rücken. Grohmann wechselte zum SC DHfK Leipzig (ist aber mittlerweile wieder zurück) und Schulze zum Berliner RC.

Rein ideelle Unterstützung können Spitzenathleten schließlich überall bekommen. „Wir wollen unseren Sportlerinnen und Sportlern nicht nur aller vier Jahre zu den Olympischen Spielen die Aufmerksamkeit zukommen lassen, die sie aufgrund ihrer Leistung und Vorbildwirkung verdienen“, begründete Oberbürgermeister Dirk Hilbert bei Projektbeginn 2016.

Welche Voraussetzungen für ein Stipendium müssen erfüllt sein?

Es gibt nur ein hartes Kriterium für das Erlangen der städtischen Unterstützung: Der betreffende Sportler muss für einen Dresdner Verein starten. Dazu kommen noch weiche Komponenten. Dazu zählt unter anderem die potenzielle Olympia-Tauglichkeit oder zumindest die internationale Wettbewerbsfähigkeit auf Weltniveau.

Wer sind die sieben neuen Stipendiaten?

Die Verträge mit den beiden Kanu-Olympiastars Tom Liebscher und Steffi Kriegerstein wurden im gleichen Umfang wie bisher bis zum 30. September 2020 verlängert. Der Olympiasieger und die Olympiazweite vom KC Dresden erhalten pro Monat eine Summe von 1 000 Euro. In den illustren Kreis kommen zwei weitere Paddler: die Talente Benedikt Bachmann und Jakob Kurschat – beide vom WSV „Am Blauen Wunder“ und beide Nachwuchs-Weltmeister 2017. Desweiteren erhalten die Wasserspringer Louisa Stawczynski, Tina Punzel und Martin Wolfram sowie Sportkletterin Johanna Holfeld eine entsprechende Förderung – jeweils in Höhe von 500 Euro pro Monat. Sportakrobat Tim Sebastian, Sieger bei den World Games 2017 der nichtolympischen Sportarten, wird für die kommenden zwei Jahre mit 750 Euro monatlich unterstützt.

Welchen finanziellen Aufwand betreibt die Stadt insgesamt?

Bis September 2020 investiert Dresden also 138 000 Euro in die neun Spitzensportler der Landeshauptstadt. 2016 floss das Geld noch aus dem sogenannten Verfügungsfonds des Oberbürgermeisters. „Seit letztem Jahr ist das Sportstipendium in der Stadt verankert“, sagt Gunnar Krisch, Fachreferent im Geschäftsbereich Finanzen, Personal&Recht der Stadt. Deshalb ist die Summe im Stadthaushalt berücksichtigt.

Ist das Förderprogramm nun bis 2020 auf die neun Athleten beschränkt?

Nein. Sollten beispielsweise die Shorttracker um Anna Seidel internationale Medaillen gewinnen, kämen auch sie für ein Stipendium in Betracht – sagt Krisch. „Uns liegen bereits neue Bewerbungen vor. Aber darüber wird erst 2019 wieder entschieden“, erklärt er.