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Dienstag, 30.09.2003

Staatsanwalt prüft: Kunst oder Pornografie?

ZWICKAU - Hat Zwickau einen Porno-Skandal? Mit der am Wochenende eröffneten Ausstellung zum Max-Pechstein-Förderpreis der Stadt Zwickau muss sich seit gestern die Staatsanwaltschaft befassen.

Ein Besucher erstattete Anzeige wegen des Verdachts der Pornografie. Objekt des Anstoßes ist ein Figurenensemble von Jonathan Meese aus Ahrensburg. Oberstaatsanwalt Bernd Homann: „Es gibt noch keinen Anhaltspunkt für eine Straftat. Ein Sachbearbeiter wird die Angelegenheit umgehend prüfen.“

Vorerst dürfen die Besucher der Kunstsammlungen an der Lessingstraße selbst entscheiden, was sie sich zumuten wollen oder nicht. An der Tür wird ab heute, so informierte Rathaus-Sprecherin Angelika Michaelis, ein Aushang mit folgendem Inhalt hängen: „Ein Teil der Ausstellung zu den Preis-Kandidaten des Max-Pechstein-Förderpreises kann Ihre Schamgrenzen und Ihre moralischen Wertvorstellungen attackieren. Die Installation von Jonathan Meese im Kuppelsaal enthält Elemente, die möglicherweise die Gefühlswelt von Kindern und Jugendlichen gefährden könnten.“

Museums-Chef Wilfried Stoye war nicht zu erreichen. Er ist im Urlaub.