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Montag, 25.06.2018

Sprungschanze Matschenberg

Spektakuläre Rennen prägen die vierte Veranstaltung der Europameisterschaft 2018. Der Wettergott schickt Regen.

Von Christian Kluge

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Lokalmatadorin Grit Hennersdorf (vorn) auf der Überholspur. Sie erreichte als einzige Starterin des MC Oberlausitzer Bergland den EM-Finallauf am Sonntag.
Lokalmatadorin Grit Hennersdorf (vorn) auf der Überholspur. Sie erreichte als einzige Starterin des MC Oberlausitzer Bergland den EM-Finallauf am Sonntag.

© Christian Kluge

  • Lokalmatadorin Grit Hennersdorf (vorn) auf der Überholspur. Sie erreichte als einzige Starterin des MC Oberlausitzer Bergland den EM-Finallauf am Sonntag.
    Lokalmatadorin Grit Hennersdorf (vorn) auf der Überholspur. Sie erreichte als einzige Starterin des MC Oberlausitzer Bergland den EM-Finallauf am Sonntag.
  • Der mehrfache Europameister Bernd Stubbe aus dem Emsland – hier beim Sprung am Matschenberg – ist auch 2018 einer der Titelanwärter bei den Super Buggys.
    Der mehrfache Europameister Bernd Stubbe aus dem Emsland – hier beim Sprung am Matschenberg – ist auch 2018 einer der Titelanwärter bei den Super Buggys.
  • Stubbes Kontrahent Ervins Grencis aus Lettland hat eine andere Sprungvariante auf Lager. Die schnellste Runde im Finale fuhr aber ein Franzose.
    Stubbes Kontrahent Ervins Grencis aus Lettland hat eine andere Sprungvariante auf Lager. Die schnellste Runde im Finale fuhr aber ein Franzose.

Autocross. Oft hatte der MC Oberlausitzer Bergland in den letzten Jahren Glück mit seinen Rennveranstaltungen. Da wurde es dann recht staubig. Diesmal sorgte ausgiebiger Nieselregen für andere Bedingungen auf der 820 Meter langen Sandpiste am Matschenberg. Die zahlreichen Autocross-Fans aus nah und fern ließen sich davon allerdings nicht abhalten und pilgerten eben mit Regenschirm an die Strecke im Cunewalder Ortsteil Weigsdorf-Köblitz.

Hennersdorf hat im Finale Pech

Dabei konnten sie sich wenigstens über eine Lokalmatadorin in die vier Finalläufen am Sonntag freuen. Grit Hennersdorf, die in diesem Jahr die komplette Europameisterschafts-Saison mit insgesamt zehn Rennwochenenden in Angriff nimmt, steigerte sich in den drei Vorläufen immer mehr. Zunächst fuhr sie auf Rang vier, dann war sie Dritte und anschließend Zweite. Das verkraftete ihr Citroën-Tourenwagen offenbar nicht, denn im Finale am Sonntag brach schon nach einer Runde eine Felge. Ihr Renner brach dadurch auch aus und wurde noch von einem folgenden Fahrer zur Seite geschoben.

Damit war der Endlauf für die Pilotin aus Hochkirch, die zu diesem Zeitpunkt sogar Zweite war, leider zu Ende. Und damit auch die Chance, sich in der EM-Gesamtwertung von Platz fünf aus weiter nach vorne zu schieben. Bleibt nur zu hoffen, dass die Reparatur zügig gelingt, denn schon am kommenden Wochenende steht im tschechischen Nová Paka das fünfte Saisonrennen auf dem Programm. Eine ebenfalls anspruchsvolle und spektakuläre Strecke. Die Rennen auf der 930 Meter langen Sandpiste, die 110 Kilometer nordöstlich von Prag liegt und einen Höhenunterschied von 36 Metern aufweist, verfolgen jedes Jahr über 10 000 Zuschauer. Für die Autocross-Fans aus Cunewalde ist die Anfahrt mit 125 Kilometern nicht sehr lang.

Bleibt zu hoffen, dass es dann auch ein besseres Endergebnis für die anderen zwei Fahrer vom MC Oberlausitzer Bergland gibt, die die ganze EM-Saison mitnehmen wollen. Denn auch Henrik Bundesmann – vor den Rennen am Matschenberg Gesamtzwölfter – und René Mandel mussten am Sonntag ihre beiden Buggys bis 1 600 ccm abstellen, ohne die Zielflagge gesehen zu haben. Allerdings schon in den beiden Halbfinalläufen.

Zuerst erwischte es Bundesmann, der nach seinen schnellen dritten und vierten Runden ausfiel. Noch deutlich flotter war René Mandel unterwegs. Er fuhr in der zweiten Runde mit 32,325 Sekunden die beste Zeit aller Fahrer in seinem Semifinale – bis sein Renner nach zwei Dritteln der Distanz mit Getriebeschaden stehenblieb. Die Fans an der Strecke konnten das Ausfall-Drama auf den beiden großen Video-Wänden verfolgen, die extra am Finaltag aufgebaut worden waren.

Gegenüber den EM-Rennen 2017 gibt es übrigens in dieser Saison wieder eine Regeländerung. Frank Prochno, der Vorsitzende des MC Oberlausitzer Bergland: „Nachdem es im Vorjahr kein freies Training mehr gab und es sofort mit dem Zeittraining losging, haben sich die Fahrer beschwert. Also ist auch bei uns wieder ein Warm up ins Programm genommen worden, das am Sonnabend vor dem Zeittraining stattgefunden hat.“

Und statt neun Veranstaltungen sind es 2018 nun zehn, denn auch im lettischen Bauska werden in diesem Jahr Punkte für die Europameisterschaft vergeben. Das hat Auswirkungen auf die Wertung, denn bei neun Rennen hatten die Piloten nur die Chance auf ein Streichresultat. Bei zehn sind es schon zwei. Eins aus den ersten fünf Rennen und eins aus der zweiten Saisonhälfte. Damit dürfte klar sein, dass bei Grit Hennersdorf, Henrik Bundesmann und René Mandel ausgerechnet die Heimveranstaltung gestrichen wird – wenn es denn in einer Woche wieder besser läuft in Bauska.

Die drei Super Buggys bleiben ganz

Die gute Nachricht des Wochenendes: Es gab auch drei Fahrer vom MC Oberlausitzer Bergland, deren Renner nicht kaputt gegangen sind. Das waren die Super Buggys von Armin Pfalz, Torsten Riedel und Robert Wiedemuth. Alle drei erreichten die beiden Halbfinals, verpassten dort allerdings den Sprung in den Endlauf. Die deutlich schnellste Runde der drei MC-Piloten gelang im zweiten Semifinale Torsten Riedel mit 34,569 Sekunden. Dennoch wurde er hinter Armin Pfalz nur Zehnter und Letzter. Pfalz fuhr seine schnellste Runde mit 35,402 Sekunden.

Im ersten Semifinale wurde Robert Wiedemuth Neunter. Seine beste Runde gelang ihm in 36,078 Sekunden. Beim Blick auf die schnellsten Piloten wird klar, dass die wohl ein ganzes Stück besser motorisiert sind. So raste der Franzose Johnny Feuillade in seinem BMW im Semifinale in 32,401 Sekunden über die Piste in Weigsdorf-Köblitz. Den Sieg in dieser Klasse fuhr er am Sonntag ebenfalls ein – mit einer schnellsten Runde von 30,899 Sekunden! Weiter geht es am Matschenberg mit den Finalläufen zur Deutschen Meisterschaft am letzten September-Wochenende.