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Dienstag, 31.07.2018

Spielmannszug übt in Weißwasser

Seit nunmehr zehn Jahren machen die Radeberger in Weißwasser Station. Im Kiez sind sie inzwischen Stammgäste geworden.

Von Christian Köhler

Vor dem Weißwasseraner Amtsgericht haben sich die Mitglieder des Radeberger Spielmannzuges am Dienstagvormittag niedergelassen und ein Lied gespielt. Anschließend sind sie ins Stadtzentrum marschiert und haben dabei so manch Schau- und Hörlustigen angezogen.
Vor dem Weißwasseraner Amtsgericht haben sich die Mitglieder des Radeberger Spielmannzuges am Dienstagvormittag niedergelassen und ein Lied gespielt. Anschließend sind sie ins Stadtzentrum marschiert und haben dabei so manch Schau- und Hörlustigen angezogen.

© Joachim Rehle

Weißwasser. Wer in diesen Tagen am Braunsteich entlangfährt und sich in Richtung Kindererholungszentrum (Kiez) begibt, wird Trommeln, Flöten und Pfeifen schon von weit her hören. Der Radeberger Spielmannszug ist nämlich mit insgesamt fast 60 Kindern und Jugendlichen zu Gast, um zu üben und sich auf Wettkämpfe vorzubereiten. „Heute haben wir einen Marsch in die Stadt unternommen“, erklärt Gottfried Hesse, Leiter des Spielmannzuges. Auf dem Marktplatz vor dem Rathaus haben die Musiker am Dienstag Station gemacht, bevor es dann weiter in Richtung Innenstadt ging. „Das ist so Tradition bei uns“, erzählt der rührige Leiter des Zuges.

Seit zehn Jahren kommt er mit dem Kinderspielmannszug ins Kiez. „Ich habe Weißwasser einmal Anfang der 70er-Jahre im Rahmen eines Wettkampfes für Spielmannszüge kennengelernt“, erinnert sich Gottfried Hesse, „und als 2008 die Einrichtung in Bad Schmiedeberg, wo wir zuvor über 36 Jahre über die Sommerferien hingefahren sind, pleite ging, fiel mir Weißwasser wieder ein.“ Im Kiez finde er optimale Bedingungen vor, niemand fühle sich durch das ständige Üben und Marschieren gestört. „Uns freut es, dass sich die Radeberger so wohl bei uns fühlen“, sagt Kiez-Chef Marcel Proske.

Die zehn Betreuer haben ihren gesamten Spielmannszug-Nachwuchs mit an Bord. „Wir haben verschiedene Altersklassen und nutzen das Camp, um alle zu integrieren“, erzählt Gottfried Hesse. Es sei wichtig, dass die „Neuen“ üben und das Leben aus dem Koffer lernen. „Uns geht es nicht nur um das Musikalische, sondern auch um die Persönlichkeitsentwicklung.“ Immerhin stehen zwischen 20 und 25 Auftritte im Jahr an. Und jeder der Kleinen will schließlich irgendwann bei den Großen mitmachen.

Den Kinderspielmannszug gibt es seit 46 Jahren, der Verein wurde 1968 gegründet. „Wir waren damals 18 Mitglieder, heute zählen wir 145“, berichtet Hesse stolz. In Weißwasser bereitet er sich mit dem Nachwuchs auf die Landesmeisterschaften im September vor. Die Erwachsenen hingegen – sie sind Ende August ebenfalls in Weißwasser – üben für die Trachtenparade beim Münchner Oktoberfest. „Das ist immer ein Erlebnis, wenn Sachsen in Bayern sind“, ist sich Hesse sicher.