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Mittwoch, 16.05.2018

Spalier stehen für den Promenadenring

23 Linden spielen „Bäumchen-Wechsel-Dich“, damit die Besucher von Dresdens grünem Stadtgürtel bald unter einer Allee flanieren.

Von Franziska Klemenz

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An der Marienstraße wurden am Dienstag Bäume verpflanzt.
An der Marienstraße wurden am Dienstag Bäume verpflanzt.

© Rene Meinig

Als wäre man in einer riesigen Eisdiele. 23 Kugeln aus einem monströsen Portionierer. Sorte: Erde. So schwer, dass ein Bagger sie ausheben muss. Die Landschaftsbau-Firma Saule bereitet den Bereich zwischen Dippoldiswalder- und Postplatz auf den Promenadenring vor, Dresdens künftige Flaniermeile. Eine Million Euro werden in den Bau dieses Abschnitts fließen.

Die silberne Halbkugel am Greifarm des Großbaum-Verpflanzers hat am Dienstag 23 Erdlöcher für die Linden ausgehoben. Bisher standen sie in zwei Reihen dicht aneinander neben dem „Wohnblock am See“. Weil der Promenadenring als Allee zwischen den Baumreihen verlaufen soll, müssen die Linden auseinanderrücken. Aber sie dürfen überleben. Statt sie auf den Kompost zu werfen, pflanzen Landschaftsgärtner die Bäume um. „Sie stehen seit 2009 hier. Wir wollen ihnen die Chance geben, die Aktion auch weiter mitzuerleben“, sagt Malte Fiebig, Projektleiter vom Amt für Stadtgrün und Abfallwirtschaft. Er beaufsichtigt die Riesen-Eisdiele.

Drei Meter sind die Erdlöcher breit, aber nur 1,50 Meter tief. „Die Schwierigkeit war, einen Pflanzlöffel zu finden, der nicht tiefer in die Erde dringt“, sagt Fiebig. Das ist wichtig, denn Munition belastet den Dresdner Boden seit dem Krieg. „Wir sind froh, dass wir mit dem Bau loslegen können. Vorher ist es noch wichtig, dass wir die Bäume versorgen.“ Die Arbeiter haben eine Mischung aus Sand und Humus in die Löcher gefüllt; die abgeschnittenen Wurzel-Enden bekommen zur Wundversorgung eine nährstoffreiche Lava-Mischung. Die Kronen werden gekürzt, damit die Bäume sich um weniger Blätter kümmern müssen. „Bäume sind Lebewesen. Die Gefahr des Absterbens bleibt trotz Pflegemaßnahmen“, sagt Fiebig.

„Wir hoffen, dass sie neben den Starkwurzeln, die für die Stabilisierung da sind, auch neue Feinwurzeln bilden.“ Die dienen zur Wasserversorgung. Wenn die Bäume sich erholt haben, beginnt der Bau des Promenadenrings zwischen Dippoldiswalder- und Postplatz. Der Abschnitt soll bis Jahresende fertig sein.

Leser-Kommentare

Insgesamt 2 Kommentare

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  1. Kritiker

    Eine Million für die Katz, da läuft bisher schon kaum einer lang. Und eine einladende Sitzmauer für Alkohol- und Hasch-Treffs. Die Anwohner wirds freuen!

  2. Städtler

    Wiener Platz: Bäume? Postplatz: Bäume? Neumarkt: Bäume? Altmarkt: Bäume? Ums Ersticken, Fehl- Anzeige! Die teure Baumrochade ist kein kluger Schachzug. Dresden braucht mehr Bäume im Stadtzentrum! Park statt Promenade! „Stadtverwaldung statt Stadtverwaltung!“ ist aktueller denn je.

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