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Mittwoch, 27.06.2018

„Sonst wäre ich nicht hierhergekommen“

Neuzugang Tim Boss will Dynamos neue Nummer eins werden. Lassen erste Aussagen des Trainers schon etwas erahnen?

Tim Boss will bei Dynamo den nächsten Schritt in seiner Karriere machen. Das Ziel dürfte klar sein: Die Nummer eins werden.
Tim Boss will bei Dynamo den nächsten Schritt in seiner Karriere machen. Das Ziel dürfte klar sein: Die Nummer eins werden.

© Robert Michael

Lange hat man auf die Bestätigung warten müssen. Doch dann, als Tim Boss nach seinem Mexiko-Urlaub auch vom Tunesien-Abstecher zurückgekehrt war und den Zweijahresvertrag bei Dynamo Dresden unterschreiben konnte, war mit einem Mal alles klar – denn gleich zwei wichtige Personalien geklärt. Die nach dem Abgang von Marvin Schwäbe offene Stelle im Tor war mit der Verpflichtung des 24-jährigen Boss besetzt und die Frage nach der neuen Nummer eins ebenfalls beantwortet: natürlich Markus Schubert.

Boss' erstes Training in Dresden

Der ist zwar erst 20 Jahre jung, hat aber in der Vorsaison immerhin neun Zweitliga-Partien bestritten. Ihm, dem großen Talent aus dem eigenen Verein und deutschen Juniorennationalspieler, gehört schließlich die Zukunft. Und Publikumsliebling ist der „Schubi“ noch dazu. Es schien – erst recht mit der Verpflichtung des weitgehend namenlosen Boss – tatsächlich ausgemachte Sache zu sein, dass Schubert Stammtorhüter wird. Ansonsten hätte Dynamo bestimmt einen mindestens zweitliga-erfahrenen Torwart geholt. Dachte man.

Seit Montag darf man anderes denken, vielleicht muss man das sogar. „Ich weiß, was ich kann. Und dann wird man in der Vorbereitung sehen, wer sich durchsetzt“, sagt Boss beim Trainingsstart.

Mit der Rolle des Herausforderers wird sich der Neue, der vom Drittligisten Fortuna Köln kam, nicht abfinden. „Sonst wäre ich nicht hierhergekommen“, sagt er und lässt geschickt anklingen, dass ihm auch Angebote anderer Zweitligisten vorlagen. Die Gespräche mit Dynamos Verantwortlichen seien aber „so gut, so zielführend und übereinstimmend“ gewesen. Viel mehr ist Boss zum Konkurrenzkampf nicht zu entlocken.

Sich selbst bezeichnet er als ehrlichen, offenen Typen. „Und das fordere ich auch von allen anderen sein. Es bringt nichts, hintenrum schlechte Sprüche zu drücken“, betont er. Und wie Boss das so sagt, wird noch etwas deutlich: Der Mann kann reden, schnell, klar, auf Wunsch gern mehrere Sätze lang – was ihn vom eher introvertierten Schubert unterscheidet.

„Mit Dynamo so einen guten Verein“ bekommen zu haben, freut Boss. Er sieht das aber auch als Wertschätzung seines Potenzials. „Ich definiere mich nicht über die Größe und glaube, dass ich da ganz andere Stärken habe. Eher am Fuß – und bin trotzdem relativ gut auf der Linie und in der Strafraumbeherrschung“, meint er und stellt fest: „Am Ende zählt die Qualität und nicht die Größe.“

Man möchte einwenden, dass bei Dynamo schon andere Torhüter vor ihm nicht mangelns Qualität, sondern an fehlender Akzeptanz des Umfelds gescheitert sind. Bestimmt hat Boss davon gehört, nur interessiert ihn das momentan noch nicht.

Wenn Qualität vorhanden ist, betont Trainer Uwe Neuhaus, sei die ohnehin ligaübergreifend abrufbar. Bei Boss hegt er daran keine Zweifel. „Er ist nicht der übliche Torwart, der 1,95 Meter groß ist. Dafür ist er aber sehr beweglich und koordinativ sehr gut. Und er hat ein sauberes, ordentliches Passspiel“, so der Trainer, als er zu Boss' Stärken befragt wird. Angesprochen auf Schubert, sagt er: „Er hat ja nicht absolut enttäuscht in den Spielen, wo er zum Einsatz gekommen ist. Wir wissen, was er kann.“

Klingt das nur so oder ist der Wettstreit um die Position im Tor schon entschieden? Die offizielle Sprachregelung ist zumindest bis auf weiteres diese: „Der Beste soll zu Beginn der Meisterschaft im Tor stehen, das haben wir beiden auch so gesagt.“

Leser-Kommentare

Insgesamt 2 Kommentare

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  1. Andreas

    Boss kenne ich nur aus der Zeitung. Kann ich nicht einschätzen. Schubi hat mich in seinen Einsätzen nicht überzeugt. Ich hoffe jedoch, dass er sich verbessert und durchsetzt. Wichtig ist, dass der im Tor steht, der das Beste für den Verein zu leisten im Stande ist.

  2. sgdynamo4ever

    Ich werde lieber mit eigenen Spielern 14. als mit nem Haufen Legionären 8. Punkt, Ausrufezeichen. Was Neuhaus gegen unsere eigenen Torwächter hat, kann ich mir nicht erklären. Kirsten weg, dann der Lange weg, jetzt Schubert bald weg.

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