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Freitag, 12.10.2018

Sonne ohne Ende

Klärchen hört gar nicht mehr auf zu strahlen. Damit geht dieser Sommer in die Geschichte ein.

Von Norbert Märcz und Sebastian Wetzel

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Im September ließ es sich immer noch gut aushalten an der Talsperre Malter. Am Paulsdorfer Anglerhotel wurde sogar noch ein Ruderboot für die Petri Jünger zu Wasser gelassen.
Im September ließ es sich immer noch gut aushalten an der Talsperre Malter. Am Paulsdorfer Anglerhotel wurde sogar noch ein Ruderboot für die Petri Jünger zu Wasser gelassen.

© Egbert Kamprath

  • Im September ließ es sich immer noch gut aushalten an der Talsperre Malter. Am Paulsdorfer Anglerhotel wurde sogar noch ein Ruderboot für die Petri Jünger zu Wasser gelassen.
    Im September ließ es sich immer noch gut aushalten an der Talsperre Malter. Am Paulsdorfer Anglerhotel wurde sogar noch ein Ruderboot für die Petri Jünger zu Wasser gelassen.

Osterzgebrige. Zum Anfang des Monats zeigte sich tatsächlich herbstliche Stimmung. Selbst im Tiefland wurde Nebel beobachtet. Auslöser war hier vor allem der Sprühregen. Vom 4. bis 7. dominierte dann „Tief Yu“ unsere Witterung. Dabei war es wieder sommerlich, begleitet von viel Sonne, aber auch Schwüle. Am letzten Tag leitete das Azorenhoch „Perryman“ einen Wetterumschwung ein. Es traten Regenschauer auf, und die Temperatur stieg „nur“ auf 17 °C in Zinnwald, bis 23 °C in Dohna.

Im ersten Monatsdrittel spielte Wind kaum eine Rolle, es wurde sehr trocken. Die Luftfeuchte sank auf bis zu 22  Prozent, und die Sichtweite stieg am 10. auf über 70 km. Der Sommer kehrte zurück. In Zinnwald reichte es am 12. mit 25,7 °C zu einem neuen Tagesrekord. Im Elb- und Müglitztal wurde die 30-Grad-Marke überschritten. Der 13./14. waren dann diesig mit geringem Niederschlag. Einzig Zinnwald konnte 11,3 mm vorweisen. Bis einschließlich 20. schaufelte „Hoch Rodegang“ iberische Sommerluft nach Sachsen. Somit wurden nochmals bis zu 32,1 °C (Dohna) dokumentiert. An allen Vereinsstationen wurden wieder Tagesrekorde geknackt. Der Ex-Hurrikan „Elena“ läutete am 21. den Herbst ein. Zum ersten Mal seit Monaten regnete es mehrere Stunden durch. Auch Gewitter wurden beobachtet, und im Osterzgebirge fiel am 23. durch Windbruch der Strom aus (Tornadoverdacht!). Die Folgetage strömte kühle Luft mit Schauern zu uns. Auf dem Gebirgskamm fiel auch Schnee. Die letzten Septembertage schien wieder länger die Sonne, dafür gefror der Boden an manchen Tagen.

Auch der September war ca. zwei bis drei Grad wärmer als das langjährige Mittel. Jedoch gab es selten so viele Sommer- und Hitzetage: In Zinnwald einen Tag mit über 25 °C und bis zu 15 in Dohna. 30 °C registrierten die Sensoren an zwei Tagen in Köttewitz und sogar sechsmal in Dohna. Die Niederschlagssumme lag ein Viertel unter dem Schnitt. Zudem verteilten sich die bodenwirksamen Mengen auf nur zwei bis vier Tage. Zusammen mit der errechneten Verdunstung von 65 mm in Köttewitz erhöhte sich dort das Wasserdefizit auf 399 Liter pro Quadratmeter! An 26 bis 27 Tagen zeichneten die Messgeräte Sonnenstunden auf. In der Monatssumme waren es rund ein Drittel mehr als im Klimamittel. Die Hygrometer errechneten eine mittlere Luftfeuchte von 69 Prozent (Bannewitz) bis 74 Prozent (Zinnwald). An allen Standorten war dies ein stark unterdurchschnittlicher Wert. Dadurch wurde selbst am Hochmoor Nebel zur Seltenheit.

2018 war in unserem Landkreis das wärmste Sommerhalbjahr seit Aufzeichnungsbeginn sowie das zweittrockenste seit 1976 in Zinnwald.

Die Autoren sind Mitglieder im Wetterverein Zinnwald-Georgenfeld.