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Donnerstag, 13.09.2018

So soll sich die Johannstadt entwickeln

Es entstehen viele Wohnungen und neue Parkplätze. Aber bei einem Projekt herrscht seit Jahren Stillstand.

Von Julia Vollmer

Auf der im Volksmund „Modrow-Kaufhalle“ genannten Fläche, wollen Aldi und Konsum auch in Zukunft weiter ihre Waren verkaufen.
Auf der im Volksmund „Modrow-Kaufhalle“ genannten Fläche, wollen Aldi und Konsum auch in Zukunft weiter ihre Waren verkaufen.

© Sven Ellger

Bunt, lebendig, zentral: Die Johannstadt ist ein beliebter Stadtteil. Zahlreiche Bauprojekte sind geplant, bei einigen geht es seit Monaten nicht voran. Bei einer Veranstaltung von SPD-Stadtrat Henrik Stalmann-Fischer stellten Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (Grüne) und Wohnen-in-Dresden- Geschäftsführer Steffen Jäckel aktuelle Bauvorhaben vor.

Die „Modrow“-Kaufhalle; ein Gelände, zwei Supermärkte

Ursprünglich war geplant, dass Aldi und Konsum das Areal an der Pfotenhauer Straße gemeinsam entwickeln, so der Baubürgermeister. Doch nun würden die beiden Unternehmen getrennte Wege gehen. Konsum wolle das bestehende Gebäude nutzen, Aldi möchte daneben anbauen. Um die Parkplatznot im Gebiet abzufangen, will der Discounter Parkflächen auf dem Dach seines Marktes errichten.

Das ehemalige Plattenwerk: ein Gelände, viel Stillstand

Hier passiert seit Jahren nichts. Der Bebauungsplan für das Gelände an der Gerokstraße sieht eine Nutzung für Wohnen und Gewerbe vor. Doch das Grundstück befindet sich in Privateigentum. Konkrete Entwicklungsabsichten kennt das Stadtplanungsamt nicht „Die Erwartungshaltung der Eigentümer ist zu hoch. Es findet sich niemand, der das Areal entwickeln möchte“, so Schmidt-Lamontain.

Neubau Florian-Geyer-Straße: ein Hochhaus, heiße Diskussionen

Der Neubau eines 16-Geschossers in der Florian-Geyer-Straße 13, in dem 132 Sozialwohnungen entstehen sollen, sorgt für eine hitzige Debatte. Eine Baugenehmigung gibt es noch nicht. Derzeit laufen die Fachplanungen, so WID-Chef Jäckel. Aus insgesamt fünf Architekturbeiträgen fand 2017 ein zweistufiges Wettbewerbsverfahren mit allen Fraktionen statt. „Diese Beteiligung ist gesetzlich im Baugenehmigungsverfahren nicht gefordert, jedoch hielt es die Stadt für gut, wenn diese Beteiligung stattfindet“, so Jäckel. An diesem Projekt gibt es viel Kritik von den Anwohnern. In einer Petition kritisieren sie, dass durch den Neubau vor allem ihre Wohn- und Lebensqualität beeinträchtigt werde, neben fehlendem Tageslicht durch zu dichte Bebauung auch eine Verringerung der Frischluftzufuhr. Geplant ist der 16-Geschosser neben den schon bestehenden, gleich hohen Häusern. Der Petitionsausschuss überwies das Anliegen in den Bau- und Sozialausschuss. Die Anwohner sehen darin einen Hoffnungsschimmer.

WGJ- Neubau auf der Striesener Straße: ein Gebäude, viel Platz für Familien

24 Wohnungen entstehen an der Ecke Striesener Straße/Thomaestraße. Platz ist für Singles genauso wie für Großfamilien. Geplant sind eine Fünfraumwohnung, fünf Vierraumwohnungen, 16 Dreiraumwohnungen sowie zwei Zweiraumwohnungen. Im Erdgeschoss soll eine Ladenzone mit Geschäften entstehen, in der ersten Etage sind Büros geplant. In beiden Untergeschossen werden zwei Tiefgaragen mit Stellplätzen für die Mieter gebaut.

Die Chancen: ein Stadtteil, große Vielfalt

Die Johannstadt ist ein baulich sehr vielfältiger Stadtteil. Neben den noch erhaltenen Quartieren der Gründerzeit gibt es viele Neubaugebiete mit Häusern, die nach 1945 entstanden sind. Es gibt im Viertel viele verschiedene Wohnungsformen- und größen. „Dies schafft Angebote für sehr unterschiedliche Nutzergruppen und lässt eine soziale Mischung im Stadtteil zu“, so das Stadtplanungsamt. Außerdem ist die Nähe zur Alt- und Neustadt sowie die Nachbarschaft zur Elbe und zum Großen Garten ein Vorteil. Mit dem Uniklinikum, dem Max-Planck-Institut für molekulare Zellbiologie und Genetik und anderen haben sich auch viele Firmen angesiedelt, die Arbeitsplätze schaffen.

Die Probleme: dichte Bebauung, Kritik von den Anwohnern

In der nördlichen Johannstadt gibt es seit 1990 eine kontinuierliche Bautätigkeit. Nur noch ganz wenige Flächen, im Wesentlichen der Bereich am Käthe-Kollwitz-Ufer und das ehemalige Plattenwerksgelände, sind frei. Damit hat sich der Stadtteil verdichtet, Freiflächen sind reduziert. Dies wird von den Bewohnern kritisiert. Sie fürchten, dass es künftig zu wenige grüne Areale geben wird.

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