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Freitag, 06.07.2018

So machen die Monarchs Urlaub

Von Alexander Hiller

Das internationale Zeichen für Pause: Trainer Ulrich Däuber gibt dieses Signal am Sonntag.Foto: Lutz Hentschel
Das internationale Zeichen für Pause: Trainer Ulrich Däuber gibt dieses Signal am Sonntag.Foto: Lutz Hentschel

© Lutz Hentschel

Endlich durchatmen. Die American Footballer der Dresden Monarchs haben noch ein Pflichtspiel vor der Brust – und dann lange Pause. Zu lange, genau fünf Wochen. Dann erst steigt der deutsche Vizemeister von 2013 wieder in die Bundesliga ein. „Ja, die Pause kommt ganz gelegen. Für uns ist das aber ein zu großer Zeitraum, drei Wochen hätten gereicht“, erklärt Trainer Ulrich Däuber. Zuvor steht seinen Schützlingen am Sonntag, 15 Uhr im Steyer-Stadion, noch eine Pflichtausgabe an – der Tabellenführer empfängt Schlusslicht Hamburg.

Da klingt die Frage nicht einmal unverschämt, ob sich das Däuber-Team durch einen Kantersieg noch ein, zwei Urlaubstage extra hinzuverdienen kann? „Nee“, antwortet der Coach kurz und deutlich. Seine Jungs haben lange genug Pause – erst am 31. Juli müssen sie wieder zum Training antanzen, am 12. August steht das nächste Spiel an, daheim gegen die Berlin Rebels.

Die Zeit dazwischen verbringen Trainer und Spieler auf ganz unterschiedliche Weise. Ulrich Däuber zum Beispiel unternimmt mit der Familie und ein paar Freunden eine einwöchige Radtour an der Elbe entlang – flussaufwärts von Magdeburg zurück nach Dresden. „Wir wollen den wilden Osten entdecken, werden nachts sicher in kleinen Jugendherbergen übernachten“, blickt der gebürtige Würzburger abenteuerlustig voraus.

Quarterback Trenton Norvell und sein US-amerikanischer Landsmann Mitchell Paige planen eine kleine kulturelle Europareise – zunächst Richtung Skandinavien, die Entdeckungstour soll dann in Griechenland enden. Jamarii Milliken (USA) wird es in die spanische Sonne ziehen, A. J. Wentland, den derzeit besten Tackler der Liga, mit seiner deutschen Freundin nach Prag. „Unsere europäischen Spieler werden nach Hause fahren“, erklärt der 47-jährige Monarchs-Trainer. Den weitesten Weg nehmen wohl Hans Plam und dessen bester Monarchs-Kumpel Marcel Fürst auf sich – sie düsen für einige Tage ins kalifornische Santa Barbara – die Heimat des deutschstämmigen Plam, der beide Staatsbürgerschaften besitzt. Geschäftsführer Jörg Dreßler entspannt im Ostseebad Prerow.

So richtig auf der faulen Haut wird aber wohl kein Spieler des knapp 60-köpfigen Kaders liegen. „Vor allem die Stammspieler sollen sich in der ersten Woche aktiv erholen. Dann erwarten wir schon, dass jeder zwei, drei Mal pro Woche in den Kraftraum geht oder ein bisschen joggt“, verdeutlicht der sportliche Boss der Sachsen. Wer sich an diese internen Absprachen nicht hält, den erwartet nicht unbedingt eine drastische Strafe, „aber die würden das beim Training merken“, versichert Däuber.

Denn das erste Spiel nach der Sommerpause ist ein wegweisendes – gegen die Berlin Rebels. Das Hinspiel hatten die Dresdner deutlich mit 7:30 verloren. Wenn sie auf einem der ersten beiden Plätze der Nordstaffel einkommen wollen, um ein Play-off-Heimspiel zu haben, sollte das Rückspiel unbedingt zugunsten der Monarchs ausgehen. „Dafür“, sagt Däuber, „werden wir alles tun“. Und deshalb erst einmal ab Montag die Pause genießen.