erweiterte Suche
Freitag, 20.04.2018

So einfach geht Dampfgaren

Es erhält Vitamine und bringt mehr Geschmack – auch ohne teure Ausrüstung.

Von Corinna Kuhs

Gemüse bleibt knackig.
Gemüse bleibt knackig.

© dpa-tmn

Das Prinzip des Dämpfens ist schnell erklärt: „Man gart in gesättigtem Wasserdampf bei etwa 97 bis 100 Grad Lebensmittel“, sagt Ute Gomm vom Bundeszentrum für Ernährung. Gemüse, Fisch, Reis oder auch Mehlspeisen wie Germknödel schweben dabei über der Flüssigkeit, statt darin zu schwimmen. Der Vorteil: Der Geschmack bleibt intensiver, Vitamine und Mineralstoffe werden nicht ins Wasser ausgeschwemmt.

Prinzipiell lassen sich fast alle Lebensmittel mit der Dampfmethode zubereiten – es sei denn, es geht um Röstaromen, Krusten oder Überbackenes: „Fleisch kann man zwar dämpfen, es ist aber keine typische Zubereitungsart“, sagt Gomm. Denn es entstehen keine Röststoffe. Wer Braten, Pizza oder Aufläufe per Dampf garen will, wird vom Geschmack enttäuscht sein. Geeignet sind vor allem Lebensmittel, die in Form und Aussehen gut erhalten bleiben sollen, zum Beispiel ein ganzer Blumenkohl oder ein ganzer Fisch oder Hefeklöße.

Auch Ungewöhnliches funktioniert

Möglich ist jedoch, auch Ungewöhnliches per Dampf zuzubereiten, weiß Angelika Ilies. Sie hat ein Buch übers Dämpfen geschrieben. Darin beschreibt sie, wie sogar Himbeer-Käse-Küchlein im Dampf entstehen. Dazu vermengt sie ein Ei mit zwei Esslöffel Zucker, einem Viertel Teelöffel gemahlener Vanille, einem Esslöffel Speisestärke, einem Esslöffel Rapsöl, 125 Gramm Quark und einem Teelöffel fein abgeriebener Bio-Zitronenschale zu einer Masse. Die gibt sie in vier Glasförmchen, deren Boden sie mit Himbeerkonfitüre bedeckt hat. Das Ganze kommt dann in den Dämpfkorb, der über 400 Milliliter Wasser hängt. Nach etwa 20 Minuten ist das Dessert fertig.

Wer mit dem Dämpfen starten möchte, braucht weder einen teuren Dampfgarer noch einen aus dem Asien-Urlaub mitgebrachten Bambuskorb. Am einfachsten funktioniert es laut Ilies mit einem Topf-Einsatz, zum Beispiel aus Edelstahl oder Plastik. Aber: „Wer keinen hat, kann auch eine feuerfeste Form nehmen und diese umgedreht in den Topf stellen. Auf diese Form stellt man dann einen hitzebeständigen Teller, auf den man die Produkte legt.“

Ganz wichtig ist jedoch, dass der Topf einen passenden Deckel hat. „Man braucht auf jeden Fall ein dicht schließendes Gefäß, damit der Dampf nicht entweicht“, sagt Gomm. Sie rät davon ab, in den Topf zu schauen, um den Garzustand zu überprüfen: Sonst entweicht der Dampf. Dann müsse Wasser nachgefüllt werden, der Garprozess verzögere sich. Das Wasser berühren dürfen die zu dämpfenden Produkte nicht: Sonst gehen wasserlösliche Vitamine und Mineralstoffe verloren.

Da man nur wenig Wasser erhitzt, dauert es auch nicht lange, bis es zu Dampf geworden ist. So hat man sehr schnell die Ankochphase durchlaufen. Das sorgt wiederum für den Farberhalt bei Gemüse. Zudem kann man im Dampfgarer mehrere Produkte gleichzeitig zubereiten, etwa Kartoffeln, Gemüse und Fisch. Das spart Energie.

Ilies reichert die Flüssigkeit, aus der Dampf entsteht, an und verwendet sie weiter: „Es lohnt sich, den Sud als Soße zu verarbeiten. Dann nimmt man nicht nur Wasser, sondern Brühe, Brühe und Wein oder mischt Gewürze ins Wasser.“ (dpa)

Buchtipp: Angelika Ilies: Dampfgaren – ganz easy im Dämpfkorb, Gräfe und Unzer. 64 Seiten. Euro 8,99.

Leser-Kommentare

Insgesamt 0 Kommentare

    Kommentare können nur in der Zeit von 8:00 bis 18:00 Uhr abgegeben werden.