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Mittwoch, 16.05.2018

So beeinflusst Wacker die Luft

Das Unternehmen sprach mit der SZ über die Emissionen des Werkes – die sind im Vergleich zu einem anderen Luftverschmutzer gering.

Beim Nachbarschaftstag der Wacker Chemie AG in Nünchritz können sich die Besucher wie hier im November 2017 nicht nur das Werk von innen anschauen. Dabei wird einmal im Jahr auch über Bau-Projekte, Maßnahmen für Umwelt und Sicherheit sowie über die Entwicklung der Emissionen informiert.
Beim Nachbarschaftstag der Wacker Chemie AG in Nünchritz können sich die Besucher wie hier im November 2017 nicht nur das Werk von innen anschauen. Dabei wird einmal im Jahr auch über Bau-Projekte, Maßnahmen für Umwelt und Sicherheit sowie über die Entwicklung der Emissionen informiert.

© Lutz Weidler

Nünchritz. Die Emissionen in die Luft durch die Wacker Chemie AG sind in den vergangenen Jahren weiter zurückgegangen. „Schon aus wirtschaftlichen Gründen ist es Ziel von Wacker, so wenig Reststoffe wie nötig zu erzeugen“, erklärte Unternehmenssprecherin Asta Tehnzen-Heinrich nach der Veröffentlichung des aktuellen Emissionsberichtes für die beiden Verbrennungsanlagen in dem Werk. Deshalb arbeite Wacker kontinuierlich daran, die Produktionsprozesse zu verbessern und damit die Entstehung von Flüssigrückständen und Abgasen zu reduzieren. Denn nicht nur könnte dadurch der Einsatz von Rohstoffen und Energie vermindert werden, sondern auch die sehr kostenintensive Verbrennung der Reststoffe selbst würde reduziert. – Die Verbrennung aller wesentlichen Abgasströme und der im Werk anfallenden flüssigen Produktionsrückstände findet laut Asta Tehnzen-Heinrich in zwei quasi identischen Anlagen auf dem Werksgelände statt. Eventuell verbleibende Schadstoffe würden danach in einem mehrstufigen Prozess nochmals gereinigt.

Welche Stoffe werden vom Chemiewerk aus in die Luft gepustet?

Bei der Verbrennung entsteht im Wesentlichen Kohlendioxid und Wasserdampf, so Asta Tehnzen-Heinrich. Darüber hinaus gelangen allerdings auch geringe Mengen weiterer Stoffe in die Luft. So pusteten beide Verbrennungsanlagen zusammen im Jahresmittel pro Kubikmeter zudem 0,32 Milligramm Staub heraus, 0,8 Milligramm Chlorwasserstoffe, 1,89 Milligramm Kohlenstoffmonoxid, 117,34 Milligramm Stickoxide sowie 0,07 Milligramm organisch gebundenen Kohlenstoff. Zudem wurde in den Abgasen im Durchschnitt 1,37 beziehungsweise 0,81 Milligramm pro Kubikmeter Chlor gemessen sowie jeweils weniger als 0,033 Milligramm Schwermetalle und weniger als 0,0043 Nanogramm Dioxin. Grundsätzlich werden alle Grenzwerte eingehalten, heißt es in den Emissionsdaten für das Jahr 2017.

Zwar gab es bei den organisch gebundenen Kohlenstoffen einige Abweichungen, dabei spreche man aber von fiktiven Überschreitungen. „Aufgrund eines defekten Messgerätes wurden kurzzeitig falsche Werte ermittelt“, so Asta Tehnzen-Heinrich. Die Anlage arbeitete tatsächlich störungsfrei, das defekte Gerät wurde mittlerweile durch den Hersteller repariert.

Insgesamt wurden vom Werk laut den Umweltdaten 2016 im Durchschnitt knapp 25 Kilogramm Kohlenstoffdioxid pro hergestellter Tonne abgegeben. Im Vorjahr waren es noch etwas mehr als 25 Kilogramm Kohlenstoffdioxid, das vor allem bei der Herstellung von Strom und Dampf im Heizkraftwerk des Standortes entsteht. Die luftfremden Stoffen – also Staub, Stickoxide oder Kohlenmonoxid – summierten sich auf 0,02 Kilogramm pro hergestellter Tonne. Im Jahr zuvor waren es 0,03 Kilogramm.

Wie gefährlich sind die Emissionen aus dem Wacker-Werk?
Stoffe wie Kohlenstoffmonoxid oder Stickoxide gelten grundsätzlich als gesundheitsschädlich. Der Anteil an der Gesamtbelastung an Stickoxiden in der Luft über Nünchritz betrage laut Unternehmen aber lediglich fünf Prozent. Das wurde gutachterlich ermittelt, so Asta Tehnzen-Heinrich. Hauptverursacher der Belastung sei stattdessen der Fahrzeugverkehr. Andere Emissionen des Werkes wie Kohlenmonoxid seien aufgrund der geringen Menge in der Umgebung nicht nachweisbar.

Wer überwacht die Emissionen des Chemiewerkes?
Neben den kontinuierlichen Messungen werden in den Verbrennungsanlagen jährlich Einzelmessungen durchgeführt, so ist es im Genehmigungsbescheid von der Landesdirektion Dresden geregelt. Dadurch könne die Behörde jederzeit die aktuellen und zurückliegenden Messdaten einsehen. Weil die Verbrennungsanlage zudem über eine Fernüberwachung verfügt, können Mitarbeiter der Landesdirektion die aktuellen kontinuierlichen Daten auch direkt auf dem eigenen Computer in Dresden abrufen.

Der Umweltbericht 2017 ist unter www.wacker.com/nuenchritz einsehbar.