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Dienstag, 11.09.2018

Sein Kampf ums Comeback

Von Sven Geisler

Petr Macholda, 36Jahre, wurde in der nordböhmischen Stadt Most geboren, hat aber auch einen deutschen Pass.Foto: Robert Michael
Petr Macholda, 36 Jahre, wurde in der nordböhmischen Stadt Most geboren, hat aber auch einen deutschen Pass. Foto: Robert Michael

© Robert Michael

Der Publikumsliebling fehlt. Petr Macholda ist derzeit noch weit entfernt von einem Comeback bei den Eislöwen. „Natürlich ist es nicht leicht, auf der Tribüne zu sitzen, während die anderen Jungs wieder spielen“, meint der 36 Jahre alte Tscheche. Seit 2013 ist er für die Dresdner aufgelaufen, hat 230 Spiele für den Eishockey-Zweitligisten bestritten. Zuletzt am 22. September 2017. Bei der Partie in Frankfurt hatte er sich die rechte Schulter ausgekugelt, zum wiederholten Mal. Diesmal war der Bandapparat so stark beschädigt, dass sie operiert werden musste.

Anfangs hat Macholda gehofft, nach fünf, sechs Monaten wieder aufs Eis zurückkehren zu können. Doch vor dem Start in die neue Spielzeit mit den Spielen am Freitag in Ravensburg und am Sonntag zu Hause gegen Heilbronn ist nicht absehbar, ob und wann der Verteidiger wieder einen Schläger halten kann. „Diese Situation ist mittlerweile nicht mehr neu für mich“, meint Macholda, der nicht aufgibt. „Ich gebe dafür in der Reha Gas, freue mich über jeden kleinen Fortschritt und konzentriere mich darauf.“

Darauf hoffen auch die Verantwortlichen bei den Eislöwen, auch wenn sie den Routinier nicht als feste Größe eingeplant haben. Im Kader stehen acht Verteidiger, mit dem 29 Jahre alten Kanadier Jordan Heywood kam ein erfahrener Spieler aus Heilbronn nach Dresden. Für die Falken hat er zuletzt 16 Treffer erzielt und 24 vorbereitet, er ist also wie Macholda ein torgefährlicher Defensivmann, erzielte auch im letzten Test vor dem Auftakt beim 5:2 in Erfurt einen Treffer. Macholda hat in seinen vier vollen Serien für die Eislöwen insgesamt 47-mal getroffen, oft mit Schüssen von der blauen Linie; eine Qualität, die den Eislöwen zuletzt gefehlt hat.

Einer wie er fehlt auch als Typ: sowohl Spaßmacher als auch Führungskraft. „Wichtig ist jetzt, dass er seine Schulter trotz der Verletzung im Alltag wieder wie gewohnt einsetzen kann“, sagt Sportgeschäftsführer Thomas Barth: „Danach muss er die Entscheidung treffen, ob er sich bereit fühlt für eine Rückkehr aufs Eis. Wir geben ihm für diese Entscheidung alle Zeit, die er benötigt.“ Eines aber ist auch klar: Je länger es dauert, desto unwahrscheinlich wird es, dass Macholda seine Karriere fortsetzen kann.

Seit seinem Debüt in der tschechischen Extra-Liga beim HC Litvinov im Jahr 2000 hat er auf hohem Niveau gespielt – und dabei durch Attacken seiner Gegner im Oberkiefer vier Zähne verloren. Was Verletzungen betrifft, ist er wahrlich alles andere als ein Glückspilz. Umso bemerkenswerter, wie er sich immer wieder rangekämpft hat.