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Mittwoch, 13.06.2018

Sebnitz wagt zum Jubiläum den Schnitt

Der BSV 68 Sebnitz setzt künftig vor allem auf den Fußballnachwuchs. Doch erst mal wird gefeiert.

Von Stephan Klingbeil

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Sportchef Gert Lotze, Co-Trainer Hartmut Grohmann und Vereins-Urgestein Klaus Fritzsche, der sich beim BSV von Beginn an engagiert, (v.l.) freuen sich auf die Feierlichkeiten am und im Waldstadion.
Sportchef Gert Lotze, Co-Trainer Hartmut Grohmann und Vereins-Urgestein Klaus Fritzsche, der sich beim BSV von Beginn an engagiert, (v. l.) freuen sich auf die Feierlichkeiten am und im Waldstadion.

© Dirk Zschiedrich

  • Sportchef Gert Lotze, Co-Trainer Hartmut Grohmann und Vereins-Urgestein Klaus Fritzsche, der sich beim BSV von Beginn an engagiert, (v.l.) freuen sich auf die Feierlichkeiten am und im Waldstadion.
    Sportchef Gert Lotze, Co-Trainer Hartmut Grohmann und Vereins-Urgestein Klaus Fritzsche, der sich beim BSV von Beginn an engagiert, (v. l.) freuen sich auf die Feierlichkeiten am und im Waldstadion.
  • Im Sebnitzer Waldstadion finden die Feierlichkeiten statt.
    Im Sebnitzer Waldstadion finden die Feierlichkeiten statt.

Sebnitz. Abschiedsstimmung im Sebnitzer Waldstadion: Zum runden Jubiläum kommt der Schnitt. Der Bürger-Sport-Verein (BSV) 68 Sebnitz wurde vor 50 Jahren gegründet. Und vor der offiziellen dreitägigen Sause zum Geburtstag sagten der Trainer und mehrere Leistungsträger der Ersten Fußballmannschaft auf Wiedersehen.

Beim letzten Heimspiel in der Landesklasse wurde am vorigen Sonnabend zunächst Co-Trainer Hartmut Grohmann mit der Ehrennadel in Silber des Sächsischen Fußballverbands geehrt. Außerdem erhielten der Sportliche Leiter Gert Lotze, Mannschaftsleiter Stefan Müller, das verdienstvolle Klubmitglied Klaus- Dieter Geier und Stefan Hille, der Coach der Zweiten Mannschaft, jeweils die Ehrennadel in Bronze.

Dann wurde mehrere Spieler und Uwe Rahle, der Trainer des damals sensationellen Staffelsiegers von 2016, verabschiedet. Der BSV zieht sich zur neuen Saison freiwillig in die Kreisoberliga zurück. Finanzielle Gründe und vor allem die Altersstruktur sprachen für diesen Schritt, sagen sie beim BSV. Selbst in der siebten Liga würden teils stattliche Aufwandsentschädigungen für Spieler gezahlt. Und talentierte Leute, die gar für lau kicken, sind kaum an die deutsch-tschechische Grenze zu locken.

So verlassen jetzt verdiente tschechische Routiniers das Team in Richtung ihrer Heimat. Und der BSV setzt fortan voll auf die Jugend. „Wir hätten zwar noch ein Jahr wie bisher weitermachen können“, erklärt Grohmann. „Das hätte aber so keinen Sinn gemacht. Die jungen Spieler, die jetzt nachrücken, sollen sich erst einmal in der Kreisoberliga entwickeln und viel Spielpraxis sammeln. Wir wollen sie doch halten.“

Wenn das Team oft verloren hätte in der höheren Landesklasse, wäre das auf Dauer wohl fraglich. Die Jugendarbeit fruchtet. Aktuell hat der BSV Teams in jeder Nachwuchsaltersklasse. Und die aufrückenden A-Junioren werden nun von Rückkehren und jungen Kickern aus Nachbarklubs wie dem SSV Langburkersdorf, unterstützt. Mit dessen Reserve will die Zweite Mannschaft des BSV zukünftig in der Kreisliga B Ost als Spielgemeinschaft antreten. Und sollte es für das Erste Männerteam mit der sofortigen Rückkehr in die Landesklasse klappen, nähme Sebnitz sein Aufstiegsrecht wahr. „Wenn alles passt, und die jungen Spieler schlagen sich gut, wieso sollten wir das nicht machen“, fragt Grohmann.

Doch ehe die Sebnitzer die neue Saison einläuten, wird die aktuelle Spielzeit in ihrer Heimstätte enden. Denn im Waldstadion finden am 23. Juni die beiden Kreispokal-Endspiele der Frauen und Männer statt. Dann trifft zunächst Vize-Kreismeister Hainsberger SV auf Cossebaude/Weinböhla im finalen Duell bei den Frauen. Anschließend greifen Neustadt und der 1. FC Pirna nach dem Kreispokal bei den Männern.

Der Pokalfinaltag ist der sportliche Höhepunkt der Feierlichkeiten vom 22. bis 24. Juni am und im 2003 eingeweihten Waldstadion. Die rund 300 Mitglieder des vom Vereinsvorsitzenden Tino Kayser geführten BSV und viele Unterstützer wollen dann feiern. Dabei wird aber auch auf ein halbes Jahrhundert zurückgeblickt. Neben dem Fußball, der mitgliederstärksten Sparte der Gelb-Blauen, gibt es außerdem die Abteilungen Tennis, Radball und Tischtennis.

Die Geschichte des Sebnitzer Tischtennissports reicht schon 70 Jahre zurück. Nach der Gründung des BSV feierten die Sportler an der Platte zahlreiche Einzel- und Mannschaftsmeistertitel auf Bezirks- und DDR-Ebene sowie bei FDGB-Bezirkspokalspielen. 1984 stieg die Erste Mannschaft der BSV sogar in die Zweite DDR-Liga auf.

Erfolge feierten indes auch die Radballer. Mit der Teilung der GSG Sebnitz 1968 kam die Sektion Radball zum BSV. Durch die beiden Trägerbetriebe Hebezeugwerk und Elektrowerkzeug wurden auch bessere Voraussetzungen dafür geschaffen. Viele der etwa 50 Mitglieder konnte über etliche gute Platzierungen im Schüler-, Jugend- und Männerbereich jubeln. Das Aushängeschild war das Duo Maier-Dom, das einige Jahre in der Bezirksliga „A“ spielte. Als Würdigung durfte die Sektion zweimal den Verbandspokal der DRSV der Schüler ausrichten. An Spartakiaden nahmen die Sebnitzer Radballer zudem regelmäßig teil.

Anders als beim Radball wächst die Tennisabteilung stetig. Sie ist die zweitstärkste Sparte des BSV mit 80 Mitgliedern – Tendenz steigend. Einst spielten die Sebnitzer im tschechischen Dolní Poustevna Tennis. Mit dem Bau des Sport- und Freizeitzentrums Solivital und zweier Tennisplätze verlegte der dortige Verein den Spielort 1996 nach Sebnitz. Vor 20 Jahren traten die Mitglieder beim BSV ein. Es wurden zwei weitere Tennisplätze gebaut. Und sechs Teams der Sebnitzer bestreiten nun Punktspiele. Auch ihre Entwicklung wird sicher im Rückblick zum Jubiläum Platz finden.

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