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Donnerstag, 09.08.2018

Schwitzkur mit Krawatte

Trotz Temperaturen weit über 30 Grad darf sich nicht jeder auf Arbeit einfach „frei“ machen.

Von Romy Altmann-Kühr

Auch in der Löbauer Filiale der Volksbank müssen sich die Mitarbeiter an den Dresscode der Bank halten. Für Bianca Krause, Sandra Haase, Jenny Gust, Frederick Fiebig (von links) und ihre Kollegen gilt: Etwas luftiger kleiden ist derzeit erlaubt, aber es darf nicht allzu freizügig sein.
Auch in der Löbauer Filiale der Volksbank müssen sich die Mitarbeiter an den Dresscode der Bank halten. Für Bianca Krause, Sandra Haase, Jenny Gust, Frederick Fiebig (von links) und ihre Kollegen gilt: Etwas luftiger kleiden ist derzeit erlaubt, aber es darf nicht allzu freizügig sein.

© www.foto-sampedro.de

Löbau. Brütende Sommerhitze und kurze Hosen am Bankschalter? Zumindest auf der Seite vorm Tresen ist das derzeit kein Problem, auf der anderen Seite schon. Das sagt zumindest Anne Deckert von der Volksbank Löbau-Zittau. Kurze Hosen sind für Bankmitarbeiter am Arbeitsplatz tabu. Die weiblichen Kolleginnen haben es ein bisschen besser. Ein kurzer Rock ist erlaubt, allerdings sollte er mindestens eine Handbreit über dem Knie enden. Für Frauen in der Bank gilt außerdem: Blusen sollten so geschnitten sein, dass die Schultern bedeckt sind. Die Lockerung der Kleiderordnung in der Bank gilt generell für die Hochsommer-Monate von Anfang Juni bis Ende August, informiert Frau Deckert – auch, wenn es in den vergangenen Jahren selten so extrem heiß war wie derzeit. Mitarbeiterinnen dürfen in dieser Zeit auch auf Strümpfe verzichten. Offene Schuhe dürfen getragen werden, allerdings keine Freizeitschuhe. Männliche Kollegen können die Kunden im Hemd bedienen, das Jackett weglassen und die Krawatte leger tragen. Anzugshosen sind aber weiterhin obligatorisch. Die Regeln gelten auch für die Mitarbeiter, die in nicht klimatisierten Räumen arbeiten. Die Arbeitszimmer in der Bank werden nur zum Teil künstlich heruntergekühlt.

Etwas lockerer sind da die Regelungen zur Bekleidung für die Mitarbeiter im Löbauer Finanzamt. Die Räume sind nicht klimatisiert, teilt die Behörde mit. „Auch unsere Bediensteten müssen sich bestmöglich mit den hochsommerlichen Temperaturen arrangieren, ohne dass darunter die Arbeit leidet“, so Dr.  Kretschmer, ständige Vertreterin des Finanzamtsvorstehers. Hier setzt man voll und ganz auf den Stil der Mitarbeiter. Es gibt keine offizielle Kleiderordnung, die Bediensteten seien aber angehalten, auf eine der Tätigkeit angemessene Anzugsweise zu achten. In Anbetracht der extremen Hitze in den letzten Wochen wird es nicht beanstandet, wenn männliche Kollegen kurze Hosen im Amt tragen, soweit dies der Aufgabe angemessen ist, erklärt Frau Kretschmer. Ebenso gibt es für Frauen keine speziellen Vorgaben zur Kleidung.

Eine festgeschriebene Kleiderordnung, das gibt es auch in der Löbauer Stadtverwaltung nicht. Aber in kurzen Hosen hinterm Rathaus-Schreibtisch? Das wird es dennoch nicht zu sehen geben, bestätigt Marcus Scholz, Pressesprecher der Stadt. „Es ist ein ungeschriebenes Gesetz, dass sich jeder Mitarbeiter der Verwaltungstätigkeit entsprechend zu kleiden hat“, sagt Scholz. Die Kollegen seien ja schließlich auch in gewisser Weise Repräsentanten der Stadt Löbau. Zu jener ungeschriebenen Kleiderordnung gehört, dass männliche Mitarbeiter keine kurzen Hosen tragen. Ein luftiges Hemd oder ein T-Shirt sind dagegen erlaubt. Bei Mitarbeiterinnen ist es zudem gängig – vor allem bei der aktuellen Hitze –, im Kleid zur Arbeit zu kommen. Dass das Kleid nicht „zu knapp“ ausfallen sollte, sei selbstverständlich, so der Stadtsprecher. Auch Oberbürgermeister Dietmar Buchholz (parteilos) passt sich an das Wetter an. Kennt man ihn sonst zumeist nur im dunklen Anzug und mit Krawatte, setzt auch der OB bei den aktuellen Temperaturen auf einigermaßen legere Kleidung, verzichtet auf Sakko und Schlips.

Und ein bisschen müssen alle noch durchhalten. In jedem Fall sagen Wetterexperten noch bis zum Ende der Woche eine Fortsetzung der Hitzewelle an.