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Freitag, 18.05.2018

Schweizermühle bekommt Hilfe in letzter Minute

Um Fördermittel abzugreifen, wurde eilig ein Beschluss gefasst. So könnte auf dem Areal bald weitergebaut werden.

Von Gunnar Klehm

Seit 2009, als große Teile der leer stehenden Gebäude einstürzten, prägen Schuttberge das Gelände der Schweizermühle im Bielatal. Der neue Eigentümer will die Flächen Stück für Stück aufarbeiten.
Seit 2009, als große Teile der leer stehenden Gebäude einstürzten, prägen Schuttberge das Gelände der Schweizermühle im Bielatal. Der neue Eigentümer will die Flächen Stück für Stück aufarbeiten.

© Norbert Millauer

Rosenthal-Bielatal. Dieser Beschluss war folgerichtig und kam trotzdem überraschend. Der Gemeinderat von Rosenthal-Bielatal hat in dieser Woche einstimmig beschlossen, einen Bebauungsplan für die bebauten Teile des früheren Kurbades Schweizermühle aufzustellen. „Wir müssen als Gemeinde den B-Plan erstellen, weil sonst nichts vorwärtsgeht“, sagte Bürgermeister Gebhard Moritz.

Zuvor hatte es ein Gespräch mit allen Beteiligten im Landratsamt gegeben. Unter anderem war dort auch die Nationalparkverwaltung vertreten, die für die naturschutzrechtlichen Belange zuständig ist. Das Areal Schweizermühle ist ein sensibler Bereich, weil Teile des Geländes als besonders schützenswerte FFH-Gebiete eingestuft wurden. Das betrifft insbesondere die Wiesen an der Biela. Sie gehören deshalb auch nicht zum B-Plan-Gebiet, das sich hauptsächlich auf die ehemals bebauten Flächen beiderseits der Straße beschränkt. „Hier wurde im Gespräch im Landratsamt bereits signalisiert, dass es keine gravierenden Bedenken geben dürfte“, sagte Bürgermeister Moritz.

Ausgangspunkt der Diskussion war ein Bauantrag des neuen Eigentümers, der zwei Ferienwohnungen im ehemaligen Stallgebäude einrichten wollte. Der Antrag wurde vom Landratsamt abgelehnt. Die Behörde fordert zuvor ein Gesamtkonzept für das mehrere Hektar große Areal, das in einem B-Plan festgeschrieben werden soll.

Gemeinde sucht 10 000 Euro

Allein für die privaten Besitzer der Grundstücke wäre das nicht finanzierbar gewesen. Es wird mit Kosten von 50 000 Euro für die Planung gerechnet, bei der Verwaltungen, Institutionen und sonstige Beteiligte informiert und angehört werden müssen. 50 000 Euro kann zwar auch die Gemeinde nicht aufbringen. Ihr wurde aber in Aussicht gestellt, dass die Aufstellung eines B-Plans für die Schweizermühle zu 80 Prozent über das Leader-Programm zur Regionalentwicklung gefördert werden kann.

Dazu ist aber Eile geboten. Bis 28. Mai müssten die Förderanträge bei Leader sein, wenn man noch in die aktuelle Vergaberunde kommen will, sagte Bürgermeister Moritz. Weil die Zahl der Fördermittelanträge steigt, sei fraglich, ob man später noch mit der Schweizermühle in das Programm kommen könnte. Deswegen hatten die Gemeinderäte jetzt schneller einen Beschluss zu dem Gelände auf dem Tisch, als sie dachten. Die Gemeinde hatte ursprünglich versucht, ein Vorkaufsrecht für die Grundstücke geltend zu machen. Juristisch war das aber nicht durchsetzbar. Die nötigen Eigenmittel für den B-Plan von geschätzten 10 000 Euro will die Gemeinde in den Haushalt 2019 einstellen. „Dazu werden wir Möglichkeiten suchen und hoffentlich auch finden“, sagt der Bürgermeister.

Für die zwei geplanten Ferienwohnungen könnte es nun einen vorfristigen Baubeginn geben, sofern ein erster Entwurf eines B-Plans vorliegt. Weitere Voraussetzung ist, dass für diesen keine gravierenden Bedenken angemeldet werden. „Ich bin wieder optimistisch und hoffe, dass ich in einigen Wochen weiterarbeiten kann“, sagt Tom Letz, Besitzer der Immobilie.