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Mittwoch, 13.06.2018 Kommentar

Schweigepflicht wichtiger als Leben?

Uta Büttner über die Gefahr der Senioren auf der Straße.

Uta Büttner ist freie Mitarbeiterin der Sächsischen Zeitung.
Uta Büttner ist freie Mitarbeiterin der Sächsischen Zeitung.

© Norbert Millauer

Mit steigendem Alter steigt das Risiko, einen Unfall zu verursachen, das wissen Mediziner. Sehschärfe, Hörvermögen, Reaktionszeit lassen nach. Und auch die zunehmende Unbeweglichkeit der Halswirbelsäule lassen mitunter den Schulterblick nicht mehr ausreichend zu. Selbst Epileptiker und an Demenz Erkrankte dürfen hinters Lenkrad. Doch wann ist eine Krankheit so weit fortgeschritten, dass ein Fahren gefahrlos nicht mehr möglich ist?

Ärzte dürfen derzeit der Fahreignungsbehörde nicht melden, wenn sie bei einem Patienten Bedenken haben. Sie sind an die Schweigepflicht gebunden und würden hohe Geldstrafen riskieren.

Sollten deshalb regelmäßige Tests zur Pflicht werden? Viele Ärzte, zumindest zur Fachtagung in Radeburg, sagen Ja. Argumente dagegen sind die hohen Kosten. Für viele ein fragwürdiges Argument.

Aber ein Anfang wäre doch, wenn Haus- und Fachärzte von ihrer Schweigepflicht entbunden würden – oder besser: Es würde eine Meldepflicht geben.

Senioren müssen deshalb nicht unbedingt befürchten, ihre Papiere gleich zu verlieren. Denn gerade auf dem Land Lebende sind auf ihr Auto angewiesen. Doch zwischen Fahrverbot und uneingeschränkter Fahrerlaubnis gibt es noch weitere Möglichkeiten. So können beispielsweise – wie das Tragen einer Brille – auch eine Geschwindigkeitsbegrenzung oder ein Fahrverbot auf Autobahnen und in Städten in den Ausweis eingetragen werden.

E-Mail an Uta Büttner

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