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Dienstag, 05.06.2018

Schock für die Eislöwen

Von Cornelius de Haas

Für Wade MacLeod wird es vorerst keine weiteren Aufenthalte in der Eislöwen-Kabine geben. Der Kanadier kämpft zum dritten Mal gegen einen Hirntumor.Foto: Robert Michael
Für Wade MacLeod wird es vorerst keine weiteren Aufenthalte in der Eislöwen-Kabine geben. Der Kanadier kämpft zum dritten Mal gegen einen Hirntumor. Foto: Robert Michael

© Robert Michael

Im April wurde Wade MacLeod als erster Eislöwen-Neuzugang präsentiert, wenig später inspizierte er schon die Kabine in der Eisarena. Doch nun gibt es eine niederschmetternde Neuigkeit für den Kanadier. Der 31-Jährige muss sich in den nächsten Wochen aufgrund einer Tumorerkrankung einer Operation unterziehen. Das Dramatische an dieser Diagnose: MacLeod hört sie bereits zum dritten Mal.

Bei seiner Vorstellung in der Dresdner Eisarena Ende April erzählte der Stürmer davon, wie ihn beim ersten Befund 2013 der Schlag traf. Der operierende Arzt habe ihm aber versprochen, dass er seinem Beruf weiter nachgehen könne. Das gelang, für die Idaho Steelheads machte MacLeod in der Spielzeit 2014/15 in 78 Partien 43 Tore und lieferte 42 Vorlagen. Im Jahr darauf wechselte er zu den Starbulls Rosenheim und überzeugte auch dort. Doch der nächste Karriereschritt musste warten.

Eine erneute Krebsdiagnose verhinderte im September 2016 sein Engagement bei den Löwen Frankfurt. In Vancouver wurde der Tumor entfernt. „Der Eingriff war kleiner, das Versprechen das gleiche“, sagte MacLeod über diese schwierige Zeit, „in der mir vor allem meine Ehefrau Karly geholfen hat. Sie ist das Glück meines Lebens.“

Auch diesmal hielt der Arzt Wort, MacLeod konnte in der zurückliegenden Saison für die Hessen aufs Eis – und wusste mit 25 Toren sowie 24 Assists zu überzeugen. Diese Qualitäten wollten sich die Eislöwen sichern, doch die nun anstehende dritte Operation verhindert das – der Vertrag sei in beiderseitigem Einvernehmen aufgelöst worden, teilte der Verein mit.

Hängenlassen wollen die Dresdner ihren potenziellen Topstürmer aber nicht. „Das Schicksal von Wade berührt uns sehr. Wir wünschen ihm für den Heilungsprozess von Herzen alles erdenklich Gute, befinden uns in engem Kontakt mit ihm“, erklärte Sportgeschäftsführer Thomas Barth. „Wenn Wade signalisiert, wieder auf das Eis zurückkehren zu wollen, sind wir natürlich sein Ansprechpartner.“ Dass es soweit kommt, daran hat MacLeod keinen Zweifel: „Ich bin extrem enttäuscht, aber ich gebe ganz sicher nicht auf. Ich kann allen versprechen, dass ich mich auch dieses Mal zurückkämpfen werde.“

Als Zeichen des Respekts will der Verein MacLeods Rückennummer 19 in der laufenden Spielzeit nicht vergeben. Stattdessen erhalten Fans und Unterstützer die Möglichkeit, auf einem speziellen Trikotdruck ihre Genesungswünsche aufzuschreiben, die anschließend an den Vater einer kleinen Tochter übermittelt werden.