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Freitag, 15.06.2018

Schnelles Internet wird billiger

Der Stadtrat hat die Breitband-Erschließung an die Enso vergeben. Im Herbst folgt eine Einwohnerversammlung.

Von Kathrin Krüger-Mlaouhia

Leerrohre, in die später Glasfaserkabel geblasen werden, zeigt hier ein Mitarbeiter einer Baufirma.
Leerrohre, in die später Glasfaserkabel geblasen werden, zeigt hier ein Mitarbeiter einer Baufirma.

© dpa

Großenhain. Es dauert länger – dafür wird es billiger. So kann man den Beschluss zur Breitbanderschließung in den Großenhainer Ortsteilen ganz kurz zusammenfassen. Der Stadtrat hat die Leistung für schnelles Internet am Mittwoch unter Vorbehalt vergeben: an die Enso Netz. Mit im Rennen war auch die Telekom. Die Dienstleistung war europaweit ausgeschrieben worden.

Doch wie sich herausstellte, sehen sich weder die Enso noch die Telekom in der Lage, die Erschließung im Auftrag der Stadt in 17 von 19 Ortsteilen (außer Görzig und Colmnitz) bis Ende 2019 zu schaffen. So musste der Bewilligungszeitraum bei der entsprechenden Behörde des Bundes bis Ende 2020 beantragt werden. Denn die Stadt lässt ja mit Förderung bauen. „Die Telekom hat mitgeteilt, nun kein Angebot aufgrund der vorgesehenen Zahlungsregelungen und der Realisierungszeit zu unterbreiten“, heißt es in der Stadtratsvorlage.

Sieben Millionen Euro gespart

Wann und wo genau gebaut wird, ist noch nicht bekannt. „Im Herbst haben wir mit dem Netzbetreiber eine Einwohnerversammlung geplant, um die Bürger umfassend über den Breitbandausbau zu informieren“, so Oberbürgermeister Dr. Sven Mißbach. Klar ist schon, dass Glasfaser bis an die Häuser heran verlegt wird. Voraussetzung ist, dass die Grundstückseigentümer da auch so wollen.

Doch kostengünstiger als jetzt bekommen sie es künftig nicht mehr. Denn die Stadt macht finanziell bei der Sache erheblich gut, wie ebenfalls jetzt bekannt geworden ist. Fast 16 Millionen Euro wurden im Doppelhaushalt 2018/2019 veranschlagt. Nun zeigt sich die angebotsbasierte Wirtschaftlichkeitslücke – also das, was der Staat zuschießt – in einer Höhe von nur noch knapp neun Millionen Euro. Geteilt wird das ebenfalls in zwei Jahresscheiben.

Das Geld reicht die Stadt allerdings sehr wahrscheinlich nur durch. Denn es ist eine 100-prozentige Förderung beschlossen und auch zu erwarten: 60 Prozent kommen vom Bund, 35 Prozent vom Land, und fünf vom Landkreis. Das hat der Oberbürgermeister in der Ratssitzung auch noch einmal so in Aussicht gestellt.

Private brauchen Gestattungsvertrag

Wie bereits berichtet, bleibt Colmnitz damit der Ortsteil, der noch dieses Jahr und damit am schnellsten mit schnellem Internet erschlossen wird – von der Telekom und mit dem Vectoring-Verfahren. Görzig soll auch im kommenden Jahr von der Telekom auf eigene Kosten ausgebaut werden.

Angeschlossen werden circa 2600 Haushalte und fast 400 Unternehmen. Sie warten teils schon sehnsüchtig auf bessere und vor allem schnellere Internetverbindungen. Es wird 106 Kilometer Tiefbau und 516 Kilometer Glasfaser-Kabelverlegung geben. Zudem sollen 145 Kilometer Leerrohr in die Erde kommen. Beabsichtigt sind Datenübertragungsraten von 100 MBit/Sekunde für Private, wenn sie einen Gestattungsvertrag unterschreiben, und ein Gigabit für Institutionen und Gewerbetreibende.