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Mittwoch, 05.09.2018

Schneller Start ins Schuljahr

An der Johannesschule beginnt die Aktion „Kindersprint“. Derweil gibt es so viele neue Grundschüler wie lange nicht.

Von Marcus Herrmann

Dieser Drittklässler zeigt beim Slalom-Sprint in der Johannesschule, wie es geht. Ob er auch beim Finale am Sonnabend mitmacht?
Dieser Drittklässler zeigt beim Slalom-Sprint in der Johannesschule, wie es geht. Ob er auch beim Finale am Sonnabend mitmacht?

© Claudia Hübschmann

Meißen. Über vier neue Klassen mit jungen Abc-Schützen konnte sich Sigrid Utikal, Leiterin der größten Grundschule Meißens, zum Beginn des neuen Schuljahres freuen. Um die 350 Schüler werden nun an der Johannesschule in 17 Klassen unterrichtet. „Zuletzt hatten wir für gewöhnlich immer drei neue Klassen, dieses Mal sind es vier. Auch an unserer Schule zieht der Bedarf weiter an“, erklärt Utikal. Mit 25 Lehrern könne der Grundbedarf gut abgedeckt werden, aber auch an der Johannesschule befinde man sich nahe der Belastungsgrenze.

Davon spüren die Kinder gerade in dieser Woche aber nichts. Denn bevor das Finale der Bewegungsinitiative „Kindersprint“ am Sonnabendvormittag in den Neumarktarkaden über die Bühne geht, dürfen sich rund 1 200 Grundschüler in Meißen an ihrer jeweiligen Bildungsstätte im kurzen Sprint beweisen. Start war am Montag in der Questenbergschule. Am Dienstag folgte nun die Johannesschule.

Hier hatten der Student der Sportwissenschaften an der Uni Leipzig, Moritz Wehmeier und Medienpädagogin Elisabeth Geng kurz vor 12 Uhr den computergestützten 8,50 Meter-Parcours zur Zeitermittlung in der Turnhalle aufgebaut. Mit der Klasse 3 b war Sportlehrer Thomas Hartwig pünktlich erschienen. Dass seine Schützlinge sich bereits mit der Aktion Kindersprint auskennen, zeigte sich schnell. Denn auf die Fragen von Moritz Wehmeier, was denn bei der Sprintstrecke zu beachten sei, wann losgelaufen werden darf und wie es für die Schnellsten weitergeht, hatten die Drittklässler sofort Antworten parat.

So war ihnen nicht neu, dass eine technische Signalanlage anzeigt, ob man in der rechten oder linken Reihe losspurten muss, dass auf dem Hinweg geradeaus und auf dem Rückweg im Slalom gerannt wird. Mittels einer Lichtschranke ermittelt dann jeder Schüler eine persönliche Laufzeit und bekommt einen Zettel, auf dem diese vermerkt ist.

„Für unsere Schüler ist der Kindersprint ein Jahreshöhepunkt. Und aus meiner Sicht ist diese andere Form der Bewegung verbunden mit dem Ansporn eines Wettkampfes eine tolle Sache“, sagt Sportlehrer Thomas Hartwig. Im Vorfeld habe man alle Eltern von der bevorstehenden Veranstaltung informiert. Er ist sicher, dass viele am Sonnabend in den Arkaden dabei sein werden, um ihre Kinder anzufeuern. Die Besten aller Klassenstufen im Grundschulbereich ermitteln dann die schnellsten jungen Sprinter in der Domstadt.

An der Johannesschule, wo es Kooperationsverträge mit dem Meißner Sportverein und sogar dem Deutschen Fußballbund gibt, ist es um die sportliche Begeisterung sehr positiv bestellt, berichtet Hartwig. Sehr viele Schüler seien außerhalb des Sportunterrichts in Vereinen aktiv oder nutzten Ganztagsangebote – etwa im Fußball, Handball oder Volleyball. Damit es so bleibt, sagt Hartwig, dürfe aber nicht ernsthaft überlegt werden, den wöchentlichen Sportunterricht von drei auf zwei Stunden zu kürzen. Er hofft, dass sich dieses Gedankenspiel der Staatsregierung nicht durchsetzt.

Nach 20 Minuten sind an diesem Dienstagmittag alle Schüler der 3 b einmal gelaufen. Dann ergreift Moritz Wehmeier noch mal das Wort. „Jetzt läuft jeder ein zweites Mal und wird vom Rest richtig laut angefeuert“, ruft er die Klasse auf. Die lässt es sich nicht zweimal sagen und der Lärmpegel in der Halle der Johannesschule schnellt mehrfach nach oben.