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Dienstag, 15.05.2018

Schloss und Leuchtturm aus Holz

Die Arbeiten auf dem neuen Mehrgenerationenplatz kommen voran. Das gesäte Gras und die Spiel- und Klettergeräte wachsen gerade um die Wette in die Höhe.

Von Sven Görner

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Tischlermeister Carsten Winkler (vorn) und sein Mitarbeiter René Schauer bauen derzeit an einem dem Barockschloss nachempfundenen großen Spiel- und Klettergerät.
Tischlermeister Carsten Winkler (vorn) und sein Mitarbeiter René Schauer bauen derzeit an einem dem Barockschloss nachempfundenen großen Spiel- und Klettergerät.

© Norbert Millauer

  • Tischlermeister Carsten Winkler (vorn) und sein Mitarbeiter René Schauer bauen derzeit an einem dem Barockschloss nachempfundenen großen Spiel- und Klettergerät.
    Tischlermeister Carsten Winkler (vorn) und sein Mitarbeiter René Schauer bauen derzeit an einem dem Barockschloss nachempfundenen großen Spiel- und Klettergerät.
  • Der Moritzburger Leuchtturm ist schon fertig.
    Der Moritzburger Leuchtturm ist schon fertig.

Moritzburg. Tischlermeister Carsten Winkler steht auf der untersten Ebene in einem der vier Türme des künftigen Spielschlosses Moritzburg. Gerade hat er ein halbrundes Stück aus einem dicken Brett herausgesägt. Jetzt schiebt der Bärnsdorfer es prüfend an zwei der mächtigen Stangen, die das Grundgerüst des großen Klettergerätes bilden. Ein geübter Blick, da und dort noch ein bisschen mit der Fächerschleifscheibe nachgearbeitet, und das Brett passt perfekt.

Während die dem Barockschloss nachempfundene Konstruktion von Tag zu Tag mehr Gestalt annimmt, ist ein anderes Wahrzeichen schon fertig nachgebaut – der Leuchtturm. „Hier müssen wir noch eine Nestschaukel anbringen, die voraussichtlich in den nächsten zwei Wochen geliefert wird, und dann ist dieses Spielgerät komplett“, sagt Carsten Winkler.

Obwohl der Leuchtturm fast sechs Meter in die Höhe ragt, werden die Kinder dort nicht allzu weit nach oben klettern können. „Das ist der Bereich für die Kleinen“, erklärt der Tischlermeister. „Wie bei allen Konstruktionen müssen wir hier nicht nur Fallhöhen, sondern auch viele andere vorgeschriebene Din-Maße beachten.“ Um am Ende bei der Abnahme durch den Tüv keine böse Überraschung zu erleben, arbeitet der Tischlermeister während der gesamten Bauzeit mit einem Sachverständigen zusammen. Schließlich werden Leuchtturm und Schloss nicht aus irgendwelchen genormten Teilen zusammengesetzt, sondern sind Stück für Stück von Hand gebaute Unikate. Mit Ausnahme der industriellen Anbaugeräte wie Rutsche, Schaukel und Kletterstange.

Anders, als es die vor drei Jahren entstandenen ersten Zeichnungen des Planungsbüros perspektive.grün aus Boxdorf vermuten ließen, werden Schloss und Leuchtturm nicht komplett geschlossen sein. Beim Turm wurden nur einzelne Segemente als Verkleidung angebracht, die dazu beitragen, den Gesamteindruck zu erreichen. „Beim Schloss wird es größere geschlossene Flächen geben. Etwa bei der Schaukel und der Rutsche“, sagt Carsten Winkler. Immerhin werden die Mädchen und Jungen beim Spielen und Toben hier bis in drei Meter Höhe klettern können. Die vier Türme werden dabei ähnlich hoch wie der am Ende des Spielplatzes stehende Leuchtturm. Insgesamt, so verrät der Tischlermeister, sind die massiven Stangen rund sieben Meter lang. „Aber ein guter Meter davon ist in den einbetonierten Fundamentrohren verschwunden.“ Da alle aus gewachsenen Robinienholz bestehen, ist keine ganz gerade. „Die Robinie ist das langlebigste einheimische Holz“, sagt der 39-Jährige. Daher hat er es auch für die verbauten Bretter und Leisten verwendet. Mit Öl oder Lasur muss es nicht behandelt werden. „Das Holz vergraut und so bildet sich ein natürlicher Schutz.“ Da für die Montage zudem Edelstahlbolzen verwendet werden, geht der Fachmann von einer Nutzungsdauer von 20 bis 25 Jahren aus. Eine Ausnahme gibt es bei den Schlosstürmen. Da deren Dächer rot werden sollen, müssen sie entsprechend geölt werden.

„Das ist ein sehr schöner Auftrag“, freut sich der Bärnsdorfer. „Und bisher auch der Größte dieser Art.“