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Samstag, 15.09.2018

Schlegler beliefern ganz Deutschland mit Baumkuchen

Die Erfolgsgeschichte des Familienunternehmens begann 1993. Fürs nächste Jahr haben die Chefs große Pläne.

Von Jan Lange

Zwei Generationen Baumkuchenbäcker: Gerd Friedländer (2.v.l.) gründete 1993 die Firma, die heute seine Kinder Sven (ganz links) und Jana (2.v.r.) leiten. Auch Ehefrau Sabine (ganz rechts) ist hier viele Jahre tätig gewesen.
Zwei Generationen Baumkuchenbäcker: Gerd Friedländer (2.v.l.) gründete 1993 die Firma, die heute seine Kinder Sven (ganz links) und Jana (2.v.r.) leiten. Auch Ehefrau Sabine (ganz rechts) ist hier viele Jahre tätig gewesen.

© Jan Lange

Schlegel. Schlegels Baumkuchenbäcker feiert sein 25-jähriges Bestehen und sogar der Zittauer Oberbürgermeister Thomas Zenker (Zkm) ist zum Gratulieren vorbeigekommen. Eine gute Stunde habe sich der Rathauschef Zeit genommen, war bei einer Führung durch den Betrieb dabei, berichtet Firmenchef Sven Friedländer. Mit seinen mittlerweile 22 Mitarbeitern gehört die Baumkuchenfirma zu den größten Arbeitgebern in Schlegel.

Mit drei Angestellten nahm Gerd Friedländer im September 1993 den Betrieb auf. Das Backen überließ er damals einem ausgebildeten Bäcker. Seine Stärke war vor allem der Vertrieb. Er wusste, wo mögliche Abnehmer sitzen. Denn als ehemaliger Fahrer der Konsumbäckerei hatte der Schlegler auch Baumkuchen an die Kunden verteilt. Nach dem Konkurs des Backwarenkombinats wurde Gerd Friedländer nicht nur arbeitslos, es gab auch keinen Baumkuchen mehr zu kaufen.

Frühere Kunden brachten den Schlegler dann auf die Idee, sich mit der Produktion von Baumkuchen selbstständig zu machen. Er mietete sich in einem alten LPG-Gebäude ein, besorgte sich gebrauchte Produktionsmaschinen und dann startete die neue Ära des Oberlausitzer Baumkuchens. Ein Mitarbeiter fuhr Bäckereien und Cafés in ganz Ostsachsen ab und bot den Baumkuchen an. Inzwischen gehören zahlreiche Großbetriebe und Lebensmittelketten zu den Kunden. So nimmt Edeka gut ein Viertel der gesamten Jahresproduktion ab, der Konsum macht noch mal 20 Prozent aus.

Produziert werden jährlich rund 50 Tonnen Baumkuchen, erklärt Sven Friedländer, der seit 2001 im Betrieb tätig ist und 2011 zusammen mit seiner jüngeren Schwester Jana die Leitung des Unternehmens vom Vater übernommen hat. In normalen Zeiten verlassen jeden Tag etwa 1300 Baumkuchen die Schlegler Firma. In der Hauptsaison zwischen Oktober und Dezember steigt die Zahl der Baumkuchen auf mehr als das Doppelte. Schon jetzt haben die Baumkuchenbäcker aus Schlegel Vorbestellungen bis Weihnachten.

Mit dem Baumkuchen mit Zartbitter-Schokolade, der das erste und anfangs einzige Produkt war, macht das Familienunternehmen heute noch den größten Umsatz. Längst ist die Produktpalette deutlich umfangreicher geworden. Seit 1996 bietet es auch Baumkuchen-Spitzen an, von denen heute täglich zwischen 600 und 700 Beutel produziert werden. Mittlerweile werden auch Rumspitzen sowie Baumkuchen mit Vollmilchgeschmack oder weißer Schokolade angeboten.

Auch die Zahl der Mitarbeiter ist stetig gewachsen. Zu den anfangs drei Angestellten gesellten sich schnell weitere hinzu. Gerade in den vergangenen Jahren ist der Mitarbeiterstamm noch mal deutlich vergrößert worden: 2013 beschäftigte der Familienbetrieb noch 15 Leute, 2017 waren es 18 und nun schon 22.

Diese Erfolgsgeschichte ist nur durch umfangreiche Investitionen möglich gewesen. Zuerst wurden vor allem die älteren Maschinen schrittweise durch neue ersetzt, danach vergrößerten die Baumkuchenbäcker die Betriebsfläche, im Vorjahr ist schließlich der Werksverkauf um- und ausgebaut worden. „Dieses Jahr haben wir eine Pause eingelegt, aber 2019 soll es weitergehen“, sagt Sven Friedländer. Kommendes Jahr ist der Bau eines Nebengebäudes geplant, das dann als Lager genutzt werden soll.