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Montag, 17.09.2018

Schlechte Chancen für Elbebäder

Keime, schützenswerte Wiesen und drohender Lärm machen ein Wiederaufleben der alten Badestätten kompliziert.

 1928 herrschte noch Gedränge in den Elbebädern - wie hier in Loschwitz.
1928 herrschte noch Gedränge in den Elbebädern - wie hier in Loschwitz.

© privat/Repro: Stadtplanungsamt DD

Dass ein Flussbad auch mit wenig Geld gut funktionieren kann, hat Dresden früher selbst bewiesen. In der Elbe gab es zwischen 1830 und 1947 insgesamt 29 in sich abgeschlossene Bäder, verteilt über das gesamte Stadtgebiet. Die schwimmenden Holzkonstruktionen hatten sogar Umkleidekabinen. Seit einigen Jahren sind derartige Flussbäder wieder im Gespräch, unter anderem in der Friedrichstadt. Die Hürden sind allerdings immens, glaubt man einer Stellungnahme der Stadtverwaltung.

„Es ist zu bedenken, dass es sich um einen Fluss mit vielfältiger Nutzung handelt“, so das Rathaus auf eine Anfrage des SPD-Stadtrats Hendrik Stalmann-Fischer. Die Elbe diene beispielsweise als Vorfluter, als Fluss, der vorgereinigtes Abwasser aus Kläranlagen aufnimmt. Deshalb müsse man mit krankheitserregenden Keimen rechnen. Hier müsse man auf die Erfahrungen anderer Städte blicken. In Basel etwa wurden entlang des Rheinufers Duschen aufgestellt, um das nicht ganz so saubere Wasser nach dem Bad abbrausen zu können. Allerdings wären Anlagen wie ein Badeschiff wasserrechtlich genehmigungspflichtig. Dabei müsse dann auch der Naturschutz geprüft werden.

„Da weite Flächen des Elbevorlandes in zum Teil mehreren Schutzgebieten liegen, kommt es im Einzelfall wesentlich darauf an, ob die untere Naturschutzbehörde ihr Einvernehmen erteilen kann.“ Eine wesentliche Rolle spiele dabei auch, ob die Badestätten eine Zufahrt brauchen oder gar einen Parkplatz. Falls in den Bädern obendrein noch laute Veranstaltungen vorgesehen sind, müsse auch der Lärmschutz geprüft werden, so die Verwaltung weiter.

Anfragen von Leuten, die ein Flussbad einrichten würden, gebe es derzeit nicht. Die letzten seien 2002 und 2004 eingegangen. „Sie wurden offenkundig von keiner Seite ernsthaft weiter verfolgt.“ (SZ/sr)