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Dienstag, 20.02.2018

Schlagende Argumente

Die Trommelshow Kodo schlägt mit jedem Wirbel die Werbetrommel für Völkerverständigung

Von Tom Vörös

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  • Bereits die Samurai erkannten die Wirksamkeit der großen Taiko-Röhrentrommeln und ließen sie vor ihren Angriffen spielen. Fotos (PR): Takashi Okamoto; re. unten: Simon Jay Price
    Bereits die Samurai erkannten die Wirksamkeit der großen Taiko-Röhrentrommeln und ließen sie vor ihren Angriffen spielen. Fotos (PR): Takashi Okamoto; re. unten: Simon Jay Price

Es ist ein Zufluchtsort, eine Insel der Träume für Touristen und zugleich eine Oase der Ruhe für jene, denen der Rhythmus im Blut liegt. Die japanische Insel Sado liegt nordwestlich von Japan und ist etwa so groß wie die Insel Rügen. Politisch Verfolgte suchten hier Zuflucht. Später fand man Gold und ließ Menschen dort schwer schuften. Inzwischen ist endlich Ruhe eingekehrt. Naja, nicht ganz. Denn seit den 1970er-Jahren erbebt die grüne Idylle unter den Trommeln der Gruppe Kodo. Im Süden der Insel Sado leben etwa 50 Künstler, die rund ein Drittel des Jahres damit verbringen, um an neuen Stücken für ihre Auftritte zu arbeiten.

Sie kommen in Frieden

Im Japanischen hat das Wort „Kodo“ eine doppelte Bedeutung: Zum einen bedeutet es „Herzschlag“ und steht so für den Urgrund aller Rhythmen. Man sagt, dass die große Trommel an den Herzschlag einer Mutter erinnere, wie er in der Gebärmutter von heranwachsenden Föten wahrgenommen werde, die von den donnernden Vibrationen in den Schlaf gewiegt werden. „Kodo“ bedeutet aber auch „Kinder der Trommel“, was die Intentionen der Gruppe, das Schlagzeug mit dem einfachen Herzen eines Kindes zu spielen, gut wiedergibt.

Die Ankündigungen überschlagen sich mit Superlativen, die allerdings nicht allzu weit hergeholt scheinen, taucht man einmal ein in den Rhythmus der japanischen Trommler. Mal rasant, mal äußerst präzise, mal überraschend melodisch und immer enorm athletisch, loten die Trommler die Möglichkeiten ihrer eindrucksvollen Instrumente aus. Die Taiko – das ist eine traditionelle japanische Trommel mit unzähligen rhythmischen Möglichkeiten. Alte japanische Kunst wird dabei zu einer lebendigen Musik unserer Zeit, in der archaische Riten und musikalische Avantgarde verschmelzen. Im Jahr 2001 waren es Mitglieder von Kodo, die als erste japanische Künstler in einem Friedensnobelpreis-Konzert im norwegischen Oslo auftraten. Ein Jahr später war Kodo Teil der offiziellen Hymne der Fußball-WM 2002 in Korea und Japan.

Die jüngste Produktion, unter der Leitung des Künstlerischen Direktors Tamasaburo Bando, heißt „Evolution“. Bando dazu: „Mitglieder von Kodo sind Botschafter, die ihre Kunst als Mittel der Verständigung nutzen. Kraft schöpft das Ensemble aus dem Zusammenleben. Die geschlossene Gemeinschaft von rund 50 Männern und Frauen lebt auf der Insel Sado eng verbunden mit der Natur, die sie zu vielen ihrer Werke inspiriert hat. Dorthin kehren sie am Ende ihrer Tourneen zurück: um aufzutanken, zu lernen, zu lehren und dem Wort Vollkommenheit’ wieder ein Stück näher zu rücken.“

Service

Was: Kodo – Trommelshow

Wann: 24. Februar, 19.30 Uhr

Wo: Kulturpalast Dresden

Tickets: ab 52,30 Euro

Hotline: 0351 4864 2002

Internet: www.kodo.ch

Verlosung

Wir vergeben zweimal zwei Freikarten – über verlosung@augusto-magazin.de, mit Angabe von Name & Stichwort. Die Gewinner werden am Freitag ab 12 Uhr per E-Mail benachrichtigt.