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Freitag, 04.05.2018

Schlaganfall! Was tun?

Plötzlich hängt der Mundwinkel, ein Bein oder Arm fühlt sich wie gelähmt an, das Sprechen fällt schwer. Das können Symptome für einen Schlaganfall sein. Dann ist schnelle ärztliche Hilfe notwendig.

Von Margret Scholtyssek

© Jan Woitas/dpa (Symbolfoto)

Berlin. Der Schlaganfall gehört zu den häufigsten Erkrankungen und Todesursachen in Deutschland und weltweit. Er ist zudem die häufigste Ursache für bleibende Behinderungen bei Erwachsenen.

Was ist ein Schlaganfall und wie macht er sich bemerkbar?

Bei einem Schlaganfall werden bestimmte Bereiche des Gehirns plötzlich nur noch mangelhaft mit Blut und Sauerstoff versorgt - entweder infolge eines Gefäßverschlusses (ischämischer Schlaganfall) oder seltener infolge einer Hirnblutung (hämorrhagischer Schlaganfall). Gehirnzellen beginnen abzusterben, Gehirnfunktionen sind plötzlich gestört oder fallen ganz aus.

Was sind die Ursachen?

Die Hauptursachen für den Gefäßverschluss bei einem ischämischen Schlaganfall ist Arteriosklerose, also eine schrittweise Verkalkung von Hals- oder Hirnschlagadern. Auch Blutgerinnsel, die ins Hirn gelangen können ein Gefäß verschließen und so die Versorgung mit Blut und Sauerstoff einschränken. Beim sehr viel seltener auftretenden hämorrhagischen Schlaganfall platzen kleine Arterien im Gehirn, häufig als Folge eines Bluthochdrucks.

Was sind die Symptome?

Sie hängen davon ab, welcher Bereich des Gehirns betroffen ist und wie schwer der Schlaganfall ist. Ein Anzeichen kann ein hängender Mundwinkel sein. Es können auch Lähmungen und Taubheitsgefühle in Arm, Bein oder Gesicht auftreten - meist in einer Körperhälfte - oder Sprach-, Seh- und Gleichgewichtsstörungen sowie heftige Kopfschmerzen.

Was ist bei einem Verdacht auf Schlaganfall zu tun?

Schnelle Hilfe ist nötig, es zählt jede Minute. Denn abgestorbene Hirnzellen können sich nicht mehr erholen. Je weniger Zeit zwischen den ersten Symptomen und der Behandlung liegt, desto günstiger ist die Prognose. Patienten werden in Deutschland zunehmend in spezialisierten Krankenhausabteilungen - sogenannten Stroke Units - behandelt.

Wie oft kommt es zu einem Schlaganfall?

Etwa 200 000 Menschen in Deutschland erleiden nach Expertenangaben pro Jahr erstmals einen Schlaganfall, weitere 70 000 zum wiederholten Mal. Laut einer Studie des Robert Koch Instituts (RKI) hatten schätzungsweise etwa 1,8 Millionen Menschen im Alter ab 18 Jahren schon einmal einen Schlaganfall.

Wer ist besonders gefährdet?

Das Risiko steigt mit dem Alter. Die Mehrzahl der Betroffenen ist älter als 60 Jahre. Aber auch junge Menschen können einen Schlaganfall bekommen. Menschen, die unter Bluthochdruck oder Vorhofflimmern leiden - einer speziellen Herzrhythmusstörung -, haben ein erhöhtes Risiko.

Sind Frauen gefährdeter als Männer?

Nach Angaben der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft sind 55 Prozent der Betroffenen Frauen. Bei ihnen kann ein besonderes Risiko bestehen, wenn sie etwa die Antibabypille nehmen oder an der Schwangerschaftsvergiftung Präeklampsie leiden und typische Risikofaktoren wie Übergewicht und Bluthochdruck hinzukommen. Besonders gefährdet sind Frauen mit Diabetes. Im Vergleich zu Männern mit Diabetes ist ihr Risiko, einen Schlaganfall zu bekommen, nach den Angaben um 27 Prozent erhöht.

Muss mit bleibenden Schäden gerechnet werden?

Beschwerden wie Lähmungen oder Sprachstörungen bessern sich oft im Laufe der Zeit, die Beeinträchtigungen können aber auch dauerhaft sein. Außerdem ist das Risiko für einen weiteren Schlaganfall erhöht. Die gute Nachricht zum Schluss: Die Sterblichkeit nach Schlaganfall ist in den vergangenen Jahren gesunken. (dpa)