erweiterte Suche
Montag, 04.06.2018

Schidun kehrt zu Budissa zurück

Absteiger SV Einheit Kamenz plant den Umbruch. Ein Trio geht zu Pirna-Copitz. BFV nimmt Ex-Dynamo unter Vertrag.

Von Jürgen Schwarz

Wenn Alexander Schidun erst mal richtig loslegt, dann haben es seine Gegenspieler meistens sehr schwer.
Wenn Alexander Schidun erst mal richtig loslegt, dann haben es seine Gegenspieler meistens sehr schwer.

© Kerstin Pravemann

Kamenz. Der SV Einheit Kamenz hat sich spektakulär aus der Fußball-Oberliga verabschiedet. Am letzten Spieltag überrannten die Lessingstädter im heimischen Stadion der Jugend im Kellerduell das Schlusslicht aus Merseburg mit 13:0 (7:0). Für viele Spieler war es die letzte Partie im Trikot des SV Einheit. Kurioserweise steht aber noch gar nicht fest, ob Kamenz tatsächlich absteigt.

Der SVE wurde vom Nordostdeutschen Fußballverband (NOFV) in Kenntnis gesetzt, dass möglicherweise zwei Relegationsspiele gegen den Tabellendreizehnten der Nord-Staffel anstehen. Der Grund: Neben Merseburg und Barleben, die ihre Mannschaften zurückziehen, soll ein dritter Verein (Schott Jena?) signalisiert haben, sich möglicherweise freiwillig aus der Oberliga Süd zu verabschieden. Damit würde das Trio in der Tabelle hinter den SV Einheit rücken und die Kamenzer als Dreizehnter der Staffel die Relegation spielen.

Am vergangenen Mittwoch standen sich Einheit Kamenz und der Bischofswerdaer FV in einem Freundschaftsspiel gegenüber, ab der neuen Saison gehen sie getrennte Wege. Dennoch rückten beide Vereine näher zusammen. Zukünftig soll noch enger kooperiert werden, „auch im Männerbereich“, sagt der Kamenzer Geschäftsstellenleiter Frank Terks.

Am letzten Oberliga-Spieltag gastierte der Spitzenreiter in Stendal und kam zu einem 2:2 (1:1). Tom Hagemann (25.) und Sandro Schulze (70.) trafen vor 541 Zuschauern ins Schwarze. Stendal glich in der 90. Minute durch Martin Krüger aus, der auch das 1:1 (28.) markiert hatte. Vor dem Anpfiff hatte Viertliga-Aufsteiger Bischofswerda die erste Neuverpflichtung bekannt gegeben. Vom VfB Auerbach kommt Mittelfeldspieler Philipp Kötzsch. Der 29-Jährige spielte seit 2010 für den VfB und war zuletzt der Kapitän des Auerbacher Regionalliga-Teams. Der gebürtige Chemnitzer durchlief die Nachwuchsabteilungen des CFC sowie der SG Dynamo Dresden. Nun zieht es ihn berufsbedingt in die Landeshauptstadt. „Es wird die beste Regionalliga-Nordost-Staffel sein, die es bisher gab. Daher sollten wir alle stolz sein, in dieser Liga spielen zu dürfen“, so Kötzsch.

Allrounder kehrt an die Spree zurück

Die Kamenzer präsentierten sich gegen Merseburg wie angekündigt äußerst engagiert. Marek Langr (4), Eric Prentki (2), Christoph Am Ende (2), Rico Tänzer, Alexander Schidun, Martin Sobe, Kurt Herzig und Stefan Höer erzielten die Tore. „Das war unser Ziel, das hatten wir uns ganz fest vorgenommen“, freute sich Trainer Frank Rietschel, der nun zusammen mit den Verantwortlichen „eine schlagkräftige und spielstarke Truppe“ zusammenstellen will. Terks rechnet damit, dass bis zu zehn Spieler den SV Einheit verlassen werden. Einige wurden vor der letzten Oberligapartie bereits offiziell im Stadion der Jugend verabschiedet, haben auch schon bei anderen Vereinen neue Verträge unterschrieben.

Der spektakulärste Wechsel ist sicher der von Alexander Schidun. Vier Jahre nach seinem Weggang aus Bautzen kehrt er zur FSV Budissa zurück. Der 28 Jahre alte Allrounder war ohne Zweifel der beständigste Spieler dieser Oberliga-Saison in den Kamenzer Reihen. Nun will er seine zweite Chance in der Spreestadt beim Schopfe packen. Auch Kapitän Eric Prentki wird den Verein verlassen. Sieben Jahre schnürte er die Töppen für Einheit, wechselt nun zusammen mit Torhüter Ron Wochnik (27) und Stürmer Stefan Höer (29) zum Sachsenligisten VfL Pirna-Copitz.

Für Terks sind die Wechsel ein logischer Vorgang: „Wir haben uns entschieden, mit Frank Rietschel und Dirk Rettig weiterzumachen. Aber wir waren uns auch einig, dass dann im Kader einige Veränderungen stattfinden müssen. Etliche Spieler sind ja schon viele Jahre dabei und es ist für die Entwicklung und Neuausrichtung wichtig, dass wir frisches Blut reinbekommen.“