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Freitag, 10.08.2018

Schicksalsduell gegen Berlin

Die Dresdner Monarchs haben ihre Sommerpause genutzt und wollen nun die Endphase der Meisterschaft mitbestimmen.

Von Alexander Hiller

Es geht wieder los: Die Footballer der Dresden Monarchs treffen am Sonntag im Spitzenspiel auf ihren direkten Verfolger aus Berlin.
Es geht wieder los: Die Footballer der Dresden Monarchs treffen am Sonntag im Spitzenspiel auf ihren direkten Verfolger aus Berlin.

© Robert Michael

Das ist ein Zeichen des Vertrauens. Ausgerechnet vor dem wohl vorentscheidenden Punktspiel im Kampf um die Play-off-Plätze eins und zwei gegen die Berlin Rebels (3.) am Sonntag im Steyer-Stadion haben die Footballer der Dresden Monarchs die Vertragsverlängerung mit Cheftrainer Ulrich Däuber vermeldet. Der Kontrakt mit dem 47-jährigen Würzburger wurde um zwei Jahre bis 2020 verlängert. Beim Tabellenzweiten ist man offenbar von den Fähigkeiten des Footballlehrers, der vor seinem Engagement in Sachsen 18 Jahre lang in den USA als Collegetrainer tätig war, sehr überzeugt. Die SZ beantwortet vor dem wegweisenden Duell gegen Berlin die wichtigsten Fragen.

Wie haben die Monarchs die Pause überstanden?

Satte drei Wochen Urlaub hat Trainer Ulrich Däuber seinen Schützlingen nach dem letzten souveränen Sieg gegen die Hamburg Huskies Anfang Juli eingeräumt. Am 31. Juli empfing er sein Team zum Wiedereinstieg – und zeigt sich mit dem momentanen Leistungsstand durchaus zufrieden. „Einige“, räumt der 47-Jährige ein, ohne Namen zu nennen, „haben im Urlaub nicht so viel gemacht, wie ich es gern gesehen hätte. Aber ich muss sagen, wie wir aus der Pause gekommen sind, gefällt mir.“ Am nächsten Spieltag am Sonntag werden die Monarchs fünf Trainingseinheiten in den Knochen haben. „Ich würde gern viermal pro Woche trainieren, aber das ist aufgrund unserer Rahmenbedingungen nicht möglich“, erklärt Däuber. Für die vier noch ausstehenden Spiele der Normalrunde in der zweigleisigen German Football League (GFL) sehen sich die Elbestädter also gut gerüstet. Auch, weil die Verletztenliste zunehmend kürzer wird.

Wie wichtig ist das Auftaktspiel nach der Sommerpause?

Das Heimspiel am Sonntag, 15 Uhr im Steyer-Stadion, gegen den direkten Verfolger Berlin Rebels wird eine der wichtigsten Partien der Saison – sagt zumindest Ulrich Däuber. Der Coach will mit seinem Team in der Endabrechnung der Nord-Staffel der GFL unter den besten zwei Mannschaften stehen, das würde den Monarchs im Play-off-Viertelfinale Heimrecht sichern. „Wir können noch Staffel-Erster werden, das wird aber sehr schwer. Ich will aber unbedingt ein Play-off-Heimspiel haben“, stellt Däuber fest. Dafür wäre ein Erfolg über die Berlin Rebels zwingend erforderlich. Das Hinspiel verloren die Dresdner 7:30.

Was würde eine neuerliche Niederlage der Dresdner für deren Ziele bedeuten?

Einen herben Rückschlag im Kampf um Platz eins und zwei in der Nordstaffel. Denn das Restprogramm der Dresdner gegen Köln (H./4.), Hildesheim (A/7.) und bei Spitzenreiter Braunschweig hat es in sich.

Doch auch Berlin – gegen Potsdam (5.), Braunschweig, Hamburg (8.) und Hildesheim wäre noch nicht durch. „Eine Niederlage würde uns nicht umwerfen. Vor allem nicht, wenn wir alles gegeben haben und Berlin eben an diesem Tag besser gewesen wäre“, sagt Ulrich Däuber.

Haben die Sachsen weitere personelle Optionen für die Play-offs?

Hätten sie. Wie jeder andere ambitionierte GFL-Verein haben die Monarchs bis zum Stichtag am 30. Juni dem Vernehmen nach Spielerpässe für drei bis vier weitere Profis hinterlegt, die zwar keinen Vertrag mit den Dresdnern, dafür eine Art Absichtserklärung unterzeichnet haben. „Diese Optionen werden wir nur ziehen, wenn sich auf unseren Schlüsselpositionen ein Spieler langfristig verletzt. Ansonsten sehen wir keinen Bedarf, unsere Mannschaft ist stark genug“, erklärte Däuber.

Hat die Kritik am Umgang mit den insolventen Frankfurtern etwas bewirkt?

Mitte Juli hatte Monarchs-Geschäftsführer Jörg Dreßler öffentlich einen Play-off-Ausschluss des Spitzenklubs Frankfurt Universe gefordert. Der Verein aus Hessen hat ein Insolvenzverfahren eingeleitet – es drücken 1,5 Millionen Euro Schulden.

Trotzdem stellen die Frankfurter eines der sportlich potentesten Teams in der GFL. Der Ball liegt nun bei der Lizenzkommission der GFL-Liga, die in einem kürzlich veröffentlichten Statement inhaltlich in etwa erklärte, dass es für derartige Verstöße bislang keine Strafregularien gäbe. Daran wolle man für die kommende Saison arbeiten. „Das ist alles eine Lachnummer. Offiziell ist niemand bereit, den Mund aufzumachen. Und informiert werden wir darüber nur spärlich, wenn überhaupt, dann schriftlich“, monierte Däuber, der in der Nichtreglementierung der Frankfurter Vergehen eine Wettbewerbsverzerrung sieht. Pikant: Sollten die Dresdner am Sonntag verlieren, droht ein Play-off-Duell gegen den Zweiten der Süd-Staffel – derzeit Frankfurt.

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