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Montag, 17.09.2018

Schaufenster mit Torte

Der Landkreis präsentiert sich in der tschechischen Hauptstadt – mit Kost und Schießstand.

Von Steffen Neumann

Zum Auftakt des Sommerfestes schnitten Gerald Seifert, Chef der Bäckerei Bärenhecke, Staatssekretärin Zdenka Pikešová, Thomas Popp, Amtschef der Staatskanzlei, Büroleiter David Michel und Landrat Michael Geisler symbolisch eine Cremetorte an.
Zum Auftakt des Sommerfestes schnitten Gerald Seifert, Chef der Bäckerei Bärenhecke, Staatssekretärin Zdenka Pikešová, Thomas Popp, Amtschef der Staatskanzlei, Büroleiter David Michel und Landrat Michael Geisler symbolisch eine Cremetorte an.

© Steffen Neumann

Prag/Pirna. Geduldig erklärt Rolf Friebel zwei jungen Frauen, wie am Biathlon-Schießstand getroffen wird. Obwohl die Anlage nicht in winterweißer Landschaft bei Altenberg steht, ist das Interesse riesig. Die Interessenten sind Gäste auf dem Sommerfest des Verbindungsbüros des Freistaates Sachsen in Prag. Und Rolf Friebel gehört zu jenen, die am Freitag und Sonnabend in der tschechischen Hauptstadt erstmals den Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge repräsentierten. „Das ist eine super Sache“, sagt Friebel, der selbst einmal Biathlet war und sonst Gäste über die Altenberger Rennschlitten- und Bobbahn führt. „Für uns im Grenzgebiet sind die Gäste aus Tschechien sehr wichtig. Wir haben heute schon 40 Prozent Besucher aus dem Nachbarland und auch Loipen sind grenzübergreifend gespurt“, verdeutlicht Friebel die engen Verflechtungen mit den Nachbarn.

Das Sommerfest fand bereits zum siebenten Mal statt. Inzwischen sei das so etwas wie ein „Schaufenster Sachsens“, sagt Büroleiter David Michel. Anfangs waren die Partner in Sachsen noch schwer zu überzeugen. „Die dachten, das ist nur Mehrarbeit. Dabei organisieren wir das ja für sie und hinterher waren immer alle sehr glücklich“, verrät Michel. Das hat auch viel mit der guten Lage zu tun. Die Repräsentanz liegt auf der Kleinseite, nur wenige Meter von der Karlsbrücke entfernt und insofern an den Laufwegen von Touristen, aber auch Einheimischen. Für die öffnet sich am Freitagabend und den ganzen Samstag das schwere Tor in den Innenhof, wo sie sich an sächsischen Köstlichkeiten versuchen können.

„Das ist fabelhaft“, schwärmt eine junge Tschechin. „Ich bin eher zufällig hierher geraten, und es gibt alles umsonst.“ So nebenbei bekommt nicht nur sie dann etwas von sächsischer Lebensart mit. „Liebe geht bekanntlich durch den Magen“, hatte Landrat Michael Geisler zur Eröffnung glossiert. Weshalb das Sommerfest auch mit dem Anschnitt einer original Bärenhecke-Bäckerei-Cremetorte eröffnet wurde. Widerstand zwecklos! Dazu gab es Bier von der kleinen Brauerei in Schmilka oder eine gegrillte Bratwurst – das kommt bei Tschechen immer gut an.

In den Räumlichkeiten des Büros präsentierten sich neben der Bobbahn auch der Nationalpark Sächsische Schweiz, die Montanregion Erzgebirge, die Festung Königstein, die Capron-Reisemobil-Fabrik aus Neustadt, die Oberelbische Verkehrsgesellschaft Pirna-Sebnitz sowie das Hotel Elbresidenz in Bad Schandau. Dass der Stand des Hotels neben der Veranstaltungsleiterin Ines Kretzschmar auch von Markéta Fedorová vom Empfang präsentiert wurde, ist bezeichnend. Auf tschechische Arbeitnehmer trifft man inzwischen überall im Grenzgebiet, wo Arbeitskräfte gesucht werden. Zugleich sind sie sprachkundige Dienstleister für die wachsende Klientel aus Tschechien. „Die Toskana-Therme hat schon immer einen guten Ruf im Nachbarland, und im Hotel liegt der Anteil der tschechischen Gäste inzwischen auch bei fast 30 Prozent“, sagt Ines Kretzschmar.

„Gut nachbarschaftliche Zusammenarbeit funktioniert da, wo sich Menschen treffen, also genau hier“, unterstrich Thomas Popp, Amtschef der sächsischen Staatskanzlei, die Bedeutung des Verbindungsbüros mit seinen vielen Veranstaltungen das ganze Jahr über. Eine der nächsten Möglichkeiten zum Treffen ist der Innovationstag zu E-Mobilität im November.