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Mittwoch, 11.07.2018

Schänkhübel steht zum Verkauf

Der Eigentümer des Restaurants in Rossendorf gibt auf. Jürgen Lohmann nennt gleich mehrere Gründe für diesen Schritt.

Von Thomas Drendel

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An der ehemaligen Gaststätte Schänkhübel an der B6 in Rossendorf hängt ein Plakat mit der Aufschrift „Zu verkaufen“. Jetzt ist fraglich, ob je wieder ein Restaurant in dem Haus öffnet.
An der ehemaligen Gaststätte Schänkhübel an der B6 in Rossendorf hängt ein Plakat mit der Aufschrift „Zu verkaufen“. Jetzt ist fraglich, ob je wieder ein Restaurant in dem Haus öffnet.

© Matthias Schumann

  • An der ehemaligen Gaststätte Schänkhübel an der B6 in Rossendorf hängt ein Plakat mit der Aufschrift „Zu verkaufen“. Jetzt ist fraglich, ob je wieder ein Restaurant in dem Haus öffnet.
    An der ehemaligen Gaststätte Schänkhübel an der B6 in Rossendorf hängt ein Plakat mit der Aufschrift „Zu verkaufen“. Jetzt ist fraglich, ob je wieder ein Restaurant in dem Haus öffnet.
  • Jürgen Lohmann hatte den Schänkhübel 2015 übernommen. Im April 2016 brannte das Gebäude aus.
    Jürgen Lohmann hatte den Schänkhübel 2015 übernommen. Im April 2016 brannte das Gebäude aus.

Rossendorf. Noch vor wenigen Wochen war Jürgen Lohmann optimistisch: Auf dem Hof seines Restaurants Schänkhübel an der B 6 in Rossendorf wird ein Biergarten mit Zelt eröffnet. Im Oktober soll dann auch der eigentliche Gasthof wieder für Besucher offen stehen, sagte er.

Jetzt kommt alles anders. An der Fassade der traditionsreichen Gaststätte ist ein großes Plakat mit der Aufschrift „Zu verkaufen“ zu sehen. Darunter Telefonnummer und eine E-Mail-Adresse. „Ja ich habe mich entschlossen, dass Haus abzugeben. Ich kann einfach nicht mehr. Ich habe keine Nerven mehr, mich weiter um den Schänkhübel zu kümmern“, sagt Eigentümer Jürgen Lohmann. Er habe jetzt eine Viertelmillion Euro investiert und es gebe immer mehr Auflagen. „Ich habe den Eindruck, dass man mir Steine in den Weg legt“, sagt er. Als Beispiel nennt er die Forderung, ein Löschwasserbecken mit 100 000 Litern anzulegen. „Das kostet mich 50 000 Euro. Viel Geld, was ich erst einmal aufbringen muss.“

Auch bekäme er keine klare Auskunft, wie die künftige Verkehrsführung an der Kreuzung nach dem Bau der Schnellstraße S177 von Pirna nach Leppersdorf aussieht. „Steht der Schänkübel im Weg? Genau konnte mir das bis jetzt niemand sagen“, erklärt er. Im Frühjahr hatte die Stadt Dresden einen Baustopp verhängt, da es Probleme mit Regenwasser gab. Außerdem sind genehmigungsbedürftige Bauarbeiten am Dach ohne die Genehmigung ausgeführt worden, teilte die Stadtverwaltung damals mit. „Ich habe keine Kraft mehr, mich darum zu kümmern“, sagt er resigniert. Deshalb jetzt das Verkaufsangebot.

Käufer werden sich trotz der Schwierigkeiten finden, ist sich Jürgen Lohmann sicher. „Das Grundstück hat eine Größe von 3 000 Quadratmetern. Es liegt am Dresdner Stadtrand. Da gibt es sicher Interessenten.“ Auch am Gebäude ist mittlerweile viel passiert. Nach Monaten ohne Dach ist es jetzt in einem trockenen Zustand. Ein neuer Dachstuhl wurde aufgesetzt und mit Planen abgedeckt. „Mit einer Investition von 50 000 bis 100 000 Euro kann der neue Besitzer das Haus je nach Ausstattung und Verwendungszweck wieder komplett nutzbar machen. Was darin passieren soll, entscheidet natürlich der neue Eigentümer.“

Einen konkreten Kaufpreis will der Inhaber nicht nennen. „Das ist Verhandlungssache. Grundsätzlich sind die Auflagen umsetzbar, sie kosten nur viel Kraft.“ Laut Jürgen Lohmann ist eine Wohnbebauung möglich. „Es kann aber durchaus wieder eine Gaststätte entstehen. Die Terrasse für den Biergarten ist vorhanden. Im Erdgeschoss gibt es einen großen Gastraum und im Obergeschoss kann ein Vereinszimmer oder ein separater Raum für Familienfeiern eingerichtet werden. Eine separate, mittelgroße Einliegerwohnung befindet sich ebenfalls im Haus.“

Im Schänkhübel war in der Nacht zum 11. April 2016 ein Feuer ausgebrochen. Mehr als 70 Feuerwehrleute aus den Dresdner Wachen Striesen, Neustadt, Übigau und Altstadt sowie von den freiwilligen Truppen Eschdorf, Weißig und Bühlau waren im Einsatz. Durch die Hitze der Flammen brannten nicht nur Dachstuhl und Dielen, auch die Mauern wurden stark beschädigt. Das Löschwasser tat sein Übriges hinzu. Das Gebäude war bis in den Keller komplett feucht. Inzwischen steht fest, dass es sich um Brandstiftung gehandelt hat. Von der Versicherung bekam Lohmann 160 000 Euro.