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Donnerstag, 18.10.2018

Salz greift Zwingerbrunnen an

Fachleute testen jetzt, wie die Sandsteinoberflächen der Brunnen unter dem Kronentor besser geschützt werden können.

Von Peter Hilbert

An der Langgalerie wird getestet, wie Brunnen besser vor Salz geschützt werden können.
An der Langgalerie wird getestet, wie Brunnen besser vor Salz geschützt werden können.

© SZ/Peter Hilbert

Der Dresdner Zwinger ist eine Dauerbaustelle. Schließlich muss die wertvolle Bausubstanz gut erhalten werden. Unter einem Gerüst verhüllt ist derzeit ein Brunnen an der Langgalerie direkt unterm Kronentor. Und das aus gutem Grund. „Die Brunnenbereiche weisen eine verstärkte Salzausblühung auf“, erklärt Sprecher Tobias Lorenz vom Staatsbetrieb Sächsisches Bau- und Immobilienmanagement (SIB). Über das Spritzwasser oder den Sprühnebel kommt immer wieder Salz in den Sandstein, was zu einer beschleunigten Zerstörung der Oberflächen führt.

Unter dieser sogenannten Einhausung am Brunnen wird untersucht, welche Konservierungsverfahren infrage kommen, damit Beschädigungen verlangsamt werden und gleichzeitig ein Brunnenbetrieb auch künftig gewährleistet werden kann. Einerseits wird das Salz aus dem Sandstein entfernt. Andererseits testen Fachleute Konservierungsvarianten. Deren Wirksamkeit wird in den kommenden Jahren beobachtet und verglichen. Diese Einhausung wird im kommenden Jahr an den nächsten Brunnen rücken, dass sich auch dort die Entsalzung und Konservierung anschließen, erläutert der Sprecher.

Der Betrieb der Wandbrunnen an dieser Langgalerie ist nach der Sommersaison bereits eingestellt. Sie können jetzt trocknen. Ab 9. November bekommen die Mitarbeiter der Zwingerbauhütte Arbeit. Dann werden sie vor dem Winter schützende Einhausungen über den Brunnen montieren. Seit Jahren leisten die Hüllen aus Aluminium und Spezialfolie gute Dienste. Sie dienen vor allem zum Schutz des feinporigen Sandsteins vor dem Frost-Tau-Wechsel im Winter. So werden die Sandstein-Kunstwerke davor bewahrt, sich voll Wasser zu saugen. Dadurch verringert sich die Gefahr, dass Wasser gefriert und so die Sandsteinoberfläche sprengt.

Bei einigen Brunnenteilen handelt es sich um Originale aus der Bauzeit der Galerien zwischen 1714 und 1718. 2009 war der Winterschutz erstmals aufgebaut worden.