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Dienstag, 14.04.2015

Russische Rocker planen „Siegesfahrt“ nach Berlin

Ein von Kremlchef Putin unterstützter Motorradclub will mit einer Europatour den Sieg der Sowjetunion über Hitler-Deutschland feiern. Doch in Polen regt sich bereits Widerstand. Erreichen die russischen Nachtwölfe am 9. Mai wie geplant Berlin?

Moskau/Warschau. Mit einer martialischen Motorradtour von Moskau nach Berlin will der russische Rockerclub Nachtwölfe den Sieg der Sowjetunion im Zweiten Weltkrieg vor 70 Jahren feiern. Ziel sei die „Würdigung antifaschistischer Kämpfer“, teilte die Organisation in Moskau mit. Demnach soll die Tausende Kilometer lange Fahrt vom 25. April an durch Weißrussland, Polen, Tschechien, die Slowakei und Österreich bis nach Berlin führen, wo die Tour am 9. Mai endet. Einer der Anführer der Nachtwölfe, Alexander Saldostanow alias „Chirurg“, gilt als Kumpel des russischen Präsidenten Wladimir Putin.

In Polen forderten in sozialen Medien Tausende ein Einreiseverbot für die Motorradfahrer. Die Entscheidung, ob die Russen einreisen dürfen, müsse aber der Grenzschutz treffen, sagte Vize-Außenminister Rafal Trzaskowski am Dienstag dem Nachrichtensender TVN 24. Die Nachtwölfe hätten bisher kein Visum für Polen beantragt. Es sei aber möglich, dass sie Visa eines anderen Schengen-Staates hätten.

Einer polnischen Facebook-Gruppe, die eine Blockade der Nachtwölfe fordert, sind bereits Tausende beigetreten. Es gibt in dem EU- und Nato-Land allerdings auch Unterstützern der Fahrt.

„Leitwolf“ Saldostanow kritisierte die Ablehnung in Polen. „Man darf natürlich nicht vergessen, dass es Polen gab, die mit der Roten Armee bis nach Berlin gekämpft hatten. Aber es gab auch Polen, die Polizisten oder Aufseher in jüdischen Ghettos waren. Vielleicht gefällt ihren Nachkommen die Idee unserer Tour nicht“, teilte „Chirurg“ in Moskau mit. Die Gruppe werde nicht klein beigeben. (dpa)

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