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Freitag, 14.09.2018

Rothenburgs großes Schul-Puzzle

Wo sollen Oberschule, Sporthalle und Bürgerzentrum gebaut werden? Die Stadt muss sich jetzt entscheiden.

Von Steffen Gerhardt

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In die engere Auswahl kommen die zweite ...
In die engere Auswahl kommen die zweite ...

© Planungsgesellschaft Iproplan

  • In die engere Auswahl kommen die zweite ...
    In die engere Auswahl kommen die zweite ...
  • ... und die dritte Variante für den neuen Schulstandort an der Uhsmannsdorfer Straße in Rothenburg. Der Stadtrat will sich im Oktober auf eine Variante festlegen, für die dann auch eine Kostenschätzung erarbeitet werden soll.
    ... und die dritte Variante für den neuen Schulstandort an der Uhsmannsdorfer Straße in Rothenburg. Der Stadtrat will sich im Oktober auf eine Variante festlegen, für die dann auch eine Kostenschätzung erarbeitet werden soll.

Rothenburg. Rothenburg muss sich entscheiden: Wo sollen die neue Oberschule, eine neue Turnhalle und das Bürgerzentrum gebaut werden? Drei Varianten wurden am Mittwoch dem Stadtrat vorgestellt, erarbeitet von der beauftragten Planungsgesellschaft Iproplan in Chemnitz. Fachbereichsleiter Dirk Fellendorf erläuterte die Vor- und Nachteile dieser Varianten. SZ gibt die wichtigsten Aussagen dazu wieder.

Variante 1: Alles konzentriert sich südlich der Grundschule

Als neuen Standort für den Schulkomplex wird zum einen das Gelände zwischen Grundschule und Grabenstraße favorisiert, zum anderen die Fläche zwischen Schulhort und der Jahn-Sporthalle. Bei der ersten Variante schlagen die Planer eine Konzentration von Schule, Turnhalle und dem Bürgerzentrum auf der Fläche zwischen Grundschule und Grabenstraße vor. Der Vorteil wäre, dass die Sporthalle direkt an der Schule angebaut wäre und das Turnhallendach genutzt werden könnte. Nachteilig ist, dass das Bürgerzentrum sehr eingequetscht zwischen der Oberschule in Form eines gespiegelten „L“ und der Grabenstraße stehen würde und kaum eine Freifläche hätte. Hinzu käme der weite Weg bis zum Parkplatz. Dieser soll künftig in dem Dreieck An der Bahn, Töpferweg und Autowäsche die Autos aufnehmen. Auch in den beiden anderen Varianten ist der Parkplatz an dieser Stelle vorgesehen.

Für den Stadtrat ist die erste Variante die ungünstigste, das zeigte die Diskussion am Mittwoch. Begründet wurde das auch mit dem weiten und über die verkehrsreiche Uhsmannsdorfer Straße führenden Weg für die Schüler zwischen Sporthalle und dem Sportgelände an der Jahnhalle. Die Stadträte favorisieren deshalb die zweite und dritte Variante. Trotz genommener Auszeit in der Sitzung ist am Mittwoch die Zeit zu kurz gewesen, um sich für eine Variante zu entscheiden. Bürgermeisterin Heike Böhm hätte diese schon gern beschlossen, um in der Planung voranzukommen. Das soll in der Oktobersitzung passieren.

Variante 2: Aus dem Schulhort wird Bürgerzentrum mit neuer Turnhalle

Eine klare Trennung von Sport und Freizeit sowie der Schule sieht die Variante 2 vor. Das heißt, aus dem jetzigen Hortgebäude wird das künftige Bürgerzentrum plus einem Anbau, der Platz für einen Saal bietet. Und an den Anbau wird die neue Turnhalle angebaut. Somit steht die bereits vorhandene und bleibende Jahnhalle in unmittelbarer Nachbarschaft zu der neuen Sporthalle, die Größe für zwei Spielfelder haben wird. Der Hort soll umziehen, in einen Anbau an die Grundschule. Das hätte den Vorteil, dass die Kinder nicht mehr über die Straße laufen müssen. Nachteil ist, dass eines der beiden Spielfelder für die neue Turnhalle geopfert werden müsste. Die neue Oberschule behält auch in dieser Variante ihren Platz auf dem Gelände, das als Option für den neuen Netto-Markt in Rothenburg galt.

Variante 3: Schulen, Hort und Sporthalle bleiben zusammen

Als möglicher Favorit ist am Mittwoch bereits die Variante 3 genannt worden. Denn sie hat den großen Vorteil, dass die beiden Schulen, der Hort und die Sporthalle östlich der Uhsmannsdorfer Straße angesiedelt sind. Die Schüler also nicht über die Kreisstraße laufen müssen. Denn mehrere Stadträte betonten übereinstimmend, dass die Sicherheit der Kinder und Jugendlichen die Priorität haben muss. Die dritte Variante käme dem am besten entgegen, so der Grundtenor unter den Abgeordneten. Wird aber Sport im Freien gemacht, dann müssen die Schüler auf das Gelände an der Jahnhalle laufen. Aus Sicht der Planer durchaus machbar, da die Mädchen und Jungen im Klassenverbund unterwegs sind und nicht einzeln. Dennoch ist es als Nachteil anzusehen, wenn Turnhalle und die Sportfreiflächen einige Hundert Meter getrennt voneinander sind. Das Bürgerzentrum würde im jetzigen Schulhort sein, ergänzt mit einem Anbau. Für die Vereine wäre der Weg in die Jahnhalle dann kürzer als in die neue Sporthalle neben der Oberschule. Architekt Dirk Fellendorf sicherte zu, dass die Jahnhalle für den Vereinssport offen bleibt und nicht dem neuen Schulcampus der Stadt zum Opfer fallen wird.

In die Diskussion um das neue Schulzentrum sind auch die beiden Schulen und der Hort einbezogen. Bürgermeisterin Böhm sagte, dass die drei Einrichtungen mit der Stadt drei Stunden am Stück getagt und ihre Vorstellungen und Bedenken geäußert haben. Die Stadt will nun die zweite und dritte Variante weiter präzisieren, und das bis zur nächsten Stadtratssitzung.