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Samstag, 11.08.2018

Roßwein tritt Rasern entgegen

Die Idee dazu kommt von einem Anwohner. Die Messtafel soll zunächst Fußgängern in Haßlau zu mehr Sicherheit verhelfen.

Von Heike Heisig

An der S39 in Haßlau gibt es seit Freitag eine Geschwindigkeitsmesstafel. Sie zeigt an, wie schnell der Kraftfahrer unterwegs ist. Wer sich an die 50 Stundenkilometer im Ort hält, wird mit einem lächelnden Smiley belohnt, sonst mit einem wütenden.
An der S 39 in Haßlau gibt es seit Freitag eine Geschwindigkeitsmesstafel. Sie zeigt an, wie schnell der Kraftfahrer unterwegs ist. Wer sich an die 50 Stundenkilometer im Ort hält, wird mit einem lächelnden Smiley belohnt, sonst mit einem wütenden.

© André Braun

Roßwein. An der Staatsstraße 39 steht seit Freitagvormittag eine Geschwindigkeitsmesstafel. Kurz nach dem Ortseingang aus Richtung Naußlitz wird den Kraftfahrern angezeigt, was sie auf dem Tacho haben. Wer unter 50 Stundenkilometern bleibt, wird mit einem lächelnden Smiley belohnt. Ansonsten zeigt die Tafel ein rotes Gesicht mit nach unten gezogenen Mundwinkeln.

„Ich dachte erst, dass das mit so einer Tafel nicht funktionieren kann“, erzählt einer der Anwohner an der Ortsdurchfahrt. Doch als er hörte, dass Haßlau solch’ eine Tafel bekommen soll, habe er sich selbst beobachtet und festgestellt, dass er frühzeitiger auf den Tacho schaut und vorausschauender fährt und bremst.

Er bestätigt auch, dass gerade in den Morgenstunden an der Schulbushaltestelle in Haßlau viel Betrieb ist. Deshalb hatte einer der Anwohner vor ungefähr einem halben Jahr im Technischen Ausschuss die Idee vorgebracht, die Kraftfahrer an genau dieser Stelle mit einer Anzeigetafel dazu zu bewegen, vom Gas zu gehen. Nach seinen Angaben empfinden die Haßlauer, dass jeder zweite Kraftfahrer zu schnell durch die Ortschaft braust – zumindest bis jetzt.

Für die mit rund 25 Kilogramm recht bequem zu transportierende Tafel gibt es in Haßlau inzwischen zwei Hülsen im Boden. So kann sie auch in der Gegenrichtung aufgestellt werden. „Außerdem soll sie zum Beispiel vor der Schule und an anderen Stellen im Stadtgebiet zum Einsatz kommen“, sagte Ordnungsamtsleiterin Kristina Gebhardt.

Die Stadt Döbeln hat mit solchen Messtafeln gut Erfahrungen gemacht, wie Sprecher Thomas Mettcher dem Döbelner Anzeiger sagte: „Die Tafel wirkt verkehrserzieherisch. Die meisten Verkehrsteilnehmer fahren langsamer und halten sich an die vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit.“ Nun soll geschaut werden, ob das in Roßwein genauso zutrifft. Auch mit der Technik müssen sich die Mitarbeiter von Verwaltung oder Bauhof beschäftigen. So ist zum Beispiel der Akku regelmäßig, wahrscheinlich alle zwei Tage, auszutauschen und aufzuladen.

Die Tafel hat die Kommune angeschafft. Über Kosten und wer diese übernommen hat, gab es auf DA-Anfrage keine Antwort aus dem Rathaus. Vor einiger Zeit sagte Bürgermeister Veit Lindner (parteilos), dass er mit mehreren Tausend Euro für diese Anschaffung rechnet.