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Donnerstag, 21.06.2018

Rosenthaler Wölfe reißen 235 Nutztiere

Bisher ist nicht geklärt, ob Tiere aus dem Problem-Rudel abgeschossen werden dürfen.

Tote Tiere durch Wolfsrisse: Durch das Rosenthaler Rudel kamen allein in Cunnewitz mehrere Schafe ums Leben.
Tote Tiere durch Wolfsrisse: Durch das Rosenthaler Rudel kamen allein in Cunnewitz mehrere Schafe ums Leben.

© Jonny Linke

Bautzen/Ralbitz-Rosenthal. Seit der Ansiedlung eines Wolfsrudels im Rosenthaler Territorium wurden dem Kontaktbüro „Wölfe in Sachsen“ insgesamt 66 Nutztierübergriffe aus diesem Gebiet gemeldet. Der Verlust beläuft sich inzwischen auf 235 Tiere. Das teilt eine Mitarbeiterin des Kontaktbüros auf Nachfrage der SZ mit. Seit 2013 lebt das Rosenthaler Problemrudel in den Wäldern westlich von Kamenz. Die Tiere haben offenbar gelernt, auch bestmögliche Herdenschutzzäune zu überwinden.

Bautzens Landrat Michael Harig (CDU) hatte deshalb bereits zweimal den Versuch unternommen, Tiere aus dem Rudel abschießen zu lassen. Dem ersten Antrag hatte das Umweltministerium nicht zugestimmt – dagegen hatte die Grüne Liga eine einstweilige Verfügung erwirkt und beim Verwaltungsgericht Dresden Klage eingereicht. In dem Klageverfahren ist noch keine Entscheidung gefallen. So lange seien dem Landkreis in dieser Sache die Hände gebunden, erklärt ein Sprecher. (SZ/ju)