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Sonntag, 20.05.2018

Rollt auch künftig ein Zug nach Polen?

Der politische Wille für eine Weiterführung ist da. Allerdings hängt das Thema an der Finanzierung.

Mit dem Zug ins Nachbarland? Bisher ist das problemlos möglich. Die Zukunft der Verbindung nach Polen ist allerdings unsicher.
Mit dem Zug ins Nachbarland? Bisher ist das problemlos möglich. Die Zukunft der Verbindung nach Polen ist allerdings unsicher.

© Uwe Soeder

Bautzen. Während die Zugstrecken zwischen Dresden und Görlitz sowie Zittau langfristig bis 2031 ausgeschrieben worden sind, läuft die Genehmigung für den Zug zwischen Dresden und Wroclaw über Bautzen und Görlitz vorerst nur bis Dezember 2019. „Aber es gibt den politischen Willen, diese Strecke auch darüber hinaus laufenzulassen“, unterstreicht Christian Schlemper, der Sprecher des Verkehrsverbundes Oberelbe (VVO), der gemeinsam mit dem Zweckverband Zvon die Strecke unterhält.

Grund für die vergleichsweise kurzen Laufzeiten der Genehmigung für diese grenzüberschreitende Strecke sind die meist nur maximal über zwei Jahre laufenden Finanzierungszusagen der polnischen Zentralregierung. „Sodass auch die Bestellung der Strecke auch stets nur über diesen Zeitraum erfolgen kann“, begründet der VVO-Sprecher. Deshalb war die Strecke auch wie erwähnt nicht Teil der jüngsten Ausschreibung der Zug-Verbindungen in Ostsachsen. Denn von deutscher Seite ist die Finanzierungssicherheit stets längerfristig angelegt.

„Der Zuspruch für die Strecke ist da – allerdings ist der Nachteil nach wie vor, dass die Verbindung mit dem Auto wesentlich schneller ist“, weiß Christian Schlemper. Die Bahn braucht zwischen Dresden und Wroclaw knappe vier Stunden; nicht zuletzt wegen der zahlreichen Haltepunkte auf polnischer Seite. Deshalb wird die Verbindung von Fahrgästen in aller Regel auch eher „als Binnenstrecke sowohl auf polnischer als auch auf deutscher Seite genutzt“. Heißt, vorrangig zwischen Dresden und Görlitz sowie dann wieder zwischen Zgorzelec und Wroclaw. (SZ/JF)