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Freitag, 22.06.2007

Ritter Runkel reitet auf Schloss Osterstein ein

ZWICKAU – Nach gut 500 Jahren zieht wieder Ritterleben in den imposanten Schlosshof Osterstein ein. Der Zwickauer Sitz der Wettiner erfährt nächste Woche eine Renaissance seiner großen Zeit: mit Ritter Runkel und seinen Knappen Dig, Dag und Digedag an der Spitze.

Das turbulente Spektakel nach Hannes Hegens Comicgeschichten wurde von Martin Verges in Szene gesetzt, die Musik zum Ritterspiel der berühmten DDR-Comicfiguren stammt von „Academixer“ Karsten Wolf. Carolin Eschenbrenner, Dramaturgin am Theater Plauen-Zwickau gesteht: „Natürlich liegen bei uns alle Nerven blank.“ Die Zeit wird knapp für die Theaterleute. Schließlich ist das Schloss Osterstein im Moment eine riesige Baustelle. In den Hof hinein haben die Bauleute eine Tribüne mit 500 Sitzen und ein Bühnenbild mit drei Ritterburgen gezaubert. Ausstatter Robert Schrag bekommt leuchtende Augen, wenn er von der Vorstellung erzählt. Als Höhepunkt soll die Burg mit Hilfe eines fliegenden Drachens gestürmt werden - am liebsten mit Blitz und Donner. Allerdings sind sie sich noch nicht ganz einig mit der Feuerwehr.

Das gesamte Zwickauer Schauspielensemble und 23 zusätzliche Statisten hat das Ritterfieber gepackt. Vor Tagen noch hat Jörg Metzner Goethes Götz von Berlichingen gespielt - nun ist Ritter Runkel dran. Ausstatter Schrag schwärmt von orientalischen Bauchtänzerinnen und der verfressenen Familie der Rübensteiner. Als Gegenspieler für den braven Ritter gibt’s natürlich auch einen Bösewicht: Graf Kuckucksberg klaut und intrigiert, was das Zeug hält. Beinahe hätte er sogar Runkels Braut weggeschnappt. Doch am Ende wird wie immer alles wieder gut.

Noch ist der Hof eine große Baustelle. Aber alle hoffen auf den nächsten Freitag, den 29. Juni, 19.30 Uhr. Dann sollen die Fanfaren zum große Ritterspiel einladen - das Sommerspektakel des Zwickauer Theaters verspricht spektakulär zu werden.(Theo Stiegler)