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Montag, 05.02.2018

Rettet die Muscheln!

Wissenschaftler der TU Dresden wollen gefährdete Muschelarten sammeln, erforschen und nachzüchten.

Das waren noch gute Zeiten für die Muscheln. Früher waren die Malermuschel und die Flussperlmuschel in den Gewässern Mitteleuropas weit verbreitet. Die Flussperlmuschel war wegen ihrer kostbaren Perlen und als Perlmutt-Lieferant begehrt. Die Malermuschel soll ihren Namen erhalten haben, weil Maler einst in den Schalen ihre Farben anmischten. Doch in den vergangenen Jahrzehnten sind die Vorkommen drastisch zurückgegangen. Ein Projekt der TU Dresden will helfen.

Die verbliebenen Bestände sind oft genetisch verarmt und stark überaltert. Die Ursachen sind menschengemacht: Pestizide, Arzneimittelrückstände und Nährstoffeinträge durch Düngemittel verschmutzen das Wasser, natürliche Lebensräume werden durch den Gewässerausbau zerstört. Darüber hinaus mangelt es an Wirtsfischen: Im Larvenstadium lebt der Nachwuchs der Flussperlmuschel parasitär und ist auf die Bachforelle angewiesen.

Im Projekt entwickeln Wissenschaftler gemeinsam mit Partnern aus der Praxis Wege, die das Vorkommen der Muscheln langfristig stabilisieren sollen. Dies ist wichtig. „Flussmuscheln sind natürliche Wasserfilter und tragen zur Reinhaltung der Gewässer bei“, sagt Jana Schneider, Projektkoordinatorin am Institut für Hydrobiologie der TU Dresden. Damit sich die Bestände von Flussperlmuschel und Malermuschel erholen können, ist die genaue Erforschung der Tiere und deren Ansprüche an den Lebensraum der erste Schritt. Die Wissenschaftler untersuchen unter anderem, wie sich die Nahrung der Muscheln zusammensetzt. Um die Populationen in ihrer Größe und genetischen Vielfalt zu stützen, werden Flussperlmuscheln gezielt nachgezüchtet und in möglichst optimalen Gewässerabschnitten ausgewildert. Das Projektgebiet umfasst Sachsen und Niederbayern. (jam)

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