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Mittwoch, 05.07.2017

Rekord bei „Rudern gegen Krebs“

So viele Mannschaften wie dieses Jahr haben sich noch nie für die Benefizregatta angemeldet. Das Gros der Erlöse geht an Kinder.

Von Sandro Rahrisch

Probehalber ist am Dienstag schon mal ein Boot ins Wasserbecken des World Trade Centers gelassen worden.
Probehalber ist am Dienstag schon mal ein Boot ins Wasserbecken des World Trade Centers gelassen worden.

© Christian Juppe.

Dresden. Menschen, die noch nie zusammen in einem Boot gesessen haben, wollen bereits in zwei Monaten über die Elbe rudern – auf Zeit und ohne zu kentern. Inzwischen haben sich 105 Teams für die Benefizregatta „Rudern gegen Krebs“ am 2. September angemeldet – ein Teilnehmerrekord und Hoffnung für viele krebskranke Kinder, die sich von ihrer Krankheit ablenken wollen.

Ein Großteil des Startgelds sowie Sponsoringbeiträge, Spenden und Tombolaerlöse kommen nach der Regatta in einen Topf und werden an mehrere Hilfsprojekte verteilt. Eines ist die Kunsttherapie auf der Kinderkrebsstation des Uniklinikums. Damit diese fortgeführt werden kann, ist der Verein „Sonnenstrahl“ auf Geld angewiesen. Krankenkassen zahlen die Arbeit nicht. „Die Kunsttherapie ist für die Patienten ein Rückzugsort, den sie auf unterschiedlichste Art nutzen“, sagt Therapeutin Uta Zimmer. „Beim Gestalten können sich die von ihrer Erkrankung verunsicherten Kinder und Jugendliche wieder neu finden.“ Im Gegensatz zur medizinischen Behandlung könnten die Kinder bei der Therapie auch Nein sagen. „Schon das kann ihnen Sicherheit zurückgeben“, so Zimmer.

Die Benefizregatta findet in Dresden bereits zum siebten Mal statt. In den vergangenen Jahren konnte bereits ein Yogakurs für krebskranke Frauen sowie eine Ernährungstherapie mit Kochkursen finanziert werden. 2016 kamen 25 000 Euro zusammen. Auch in diesem Jahr seien verschiedene Projekte eingereicht worden, die um einen Teil des Regatta-Erlöses bitten, sagt Koordinatorin Susanne Engmann vom Uniklinikum. „Unser Hauptanliegen ist es, Projekte aus der Region zu unterstützen.“

Bis zum 24. Juli können sich interessierte Hobbyruderer noch für die Regatta am Blauen Wunder anmelden. Derzeit sind es schon so viele, dass neue Teams erst einmal auf eine Warteliste gesetzt werden. Rudervereine müssen die Mannschaften auf den Wettbewerb vorbereiten. Gerudert wird in vier Rennklassen: Neben den Anfängern gehen in der Meisterklasse Medaillengewinner der letzten Wettbewerbe sowie Profis an den Start. Im Klinik-Cup steigen Mitarbeiter des Klinikums ins Boot, in einer weiteren Klasse Patienten. „Wir würden uns freuen, wenn viele Dresdner als Gäste kommen“, sagt Irene Schneider-Böttcher, Präsidentin der Dresden International University (DIU), welche die Regatta mit veranstaltet. An Land wird es ein buntes Bühnenprogramm geben.