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Mittwoch, 16.05.2018

Reicht es für Tempo 30?

Anwohner finden die Talstraße in Lichtenhain zu gefährlich. Die Stadt hat die Autos zählen und die Geschwindigkeit messen lassen.

Von Anja Weber

Die Häuser schmiegen sich zum Teil eng an die Talstraße in Lichtenhain. Das ist für Anwohner, aber auch für Fußgänger gefährlich. Deshalb wollten sie Tempo 30 vor der Haustür.
Die Häuser schmiegen sich zum Teil eng an die Talstraße in Lichtenhain. Das ist für Anwohner, aber auch für Fußgänger gefährlich. Deshalb wollten sie Tempo 30 vor der Haustür.

© Dirk Zschiedrich

Lichtenhain. Auf der Talstraße in Lichtenhain ist es gefährlich für Fußgänger. Das sagen Anwohner. Im öffentlichen Stadtgespräch regten sie deshalb an, das Tempo auf der Talstraße von bislang 50 auf 30 Stundenkilometer zu beschränken. Als Begründung führten sie an, dass die Straße nicht nur eng und unübersichtlich ist. Problematisch sei vor allem, dass die Häuser zum Teil nahe an der Straße stehen. Treten die Bewohner aus der Tür, stehen sie sofort auf der Straße. Herannahende Fahrzeuge werden zu spät erkannt. Doch bevor die Geschwindigkeit auf Straßen generell beschränkt wird, muss das ausreichend begründet werden.

Zuständig für eine Tempobeschränkung ist die Stadt Sebnitz. Oberbürgermeister Mike Ruckh (CDU) hatte angekündigt, das Geschwindigkeitsmessgerät der Wirtschaftsinitiative anzufordern. Das ist auch geschehen. Und inzwischen liegen die Ergebnisse vor. Die Messung erfolgte in der Zeit vom 10. bis 17. April auf der Talstraße 23. Die Ergebnisse lassen aufhorchen. Immerhin haben über 900 Fahrzeuge die Talstraße in diesen sieben Tagen passiert. Eine ziemlich hohe Zahl dafür, dass die Straße eine Sackgasse ist.

Genau waren es 932 Fahrzeuge, die in diesem Zeitraum die Messstelle durchfahren haben. Davon waren 734 nicht schneller als 35 Stundenkilometer gefahren. Das entspricht 78,76 Prozent der gemessenen Fahrzeuge – die Mehrheit bleibt damit sogar unterhalb der möglichen Geschwindigkeit. Nur sieben Fahrzeuge waren schneller als die zulässigen 50 km/h, was lediglich 0,75 Prozent entspricht. Ob diese Zahlen ausreichen, um die Geschwindigkeit zu reduzieren, ist fraglich. Die Anwohner wollen aber nicht klein beigeben.