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Mittwoch, 16.06.2004

Regierungspräsident suspendierte Landrat

STOLLBERG - Ende, aus, vorbei: Der Stollberger Landrat Udo Hertwich (59, CDU) wurde gestern vom Regierungspräsidium (RP) vom Dienst suspendiert. Nun sitzt er zu Hause und wartet auf seinen Prozess. Hertwich ist angeklagt, exakt 106812 Euro veruntreut zu haben. Ihm drohen bis zu fünf Jahre Haft.

Von Thomas Fischer

Regierungspräsident Karl Noltze (60, CDU) bestellte seinen Parteifreund Hertwich gestern Vormittag nach Chemnitz. „Er bekam seine Suspendierung mitgeteilt“, so RP-Sprecher Olaf Weiß (40). Begründung: „Das Ansehen des öffentlichen Dienstes im Landkreis musste vor Schaden bewahrt werden“, so Noltze.

Hertwich fuhr sofort zurück nach Stollberg und verkündete im Landratsamt die Entscheidung. Pikant: Seinen Schreibtisch hat er aber noch nicht geräumt, sondern fuhr nach Hause.

Er bekam kein Hausverbot und kann seine Kollegen weiter besuchen. Auch sein Gehalt von rund 6000 Euro im Monat bekommt er weiter gezahlt. Weiß: „Er ist vorläufig vom Dienst suspendiert. Das Disziplinarverfahren ruht, bis das strafrechtliche Verfahren abgeschlossen ist.“

Nun hat Hertwichs Stellvertreter Andreas Stark (42, parteilos) im Landkreis das Sagen. Er nimmt aber nicht auf Hertwichs Stuhl Platz. Grund: Wird Hertwich vor Gericht freigesprochen, kann er wieder zurückkommen.

Gabriele Noack (49) vom Landratsamt beruhigt derweil die verunsicherten Einwohner: „Für die Bürger im Landkreis gibt es durch die Suspendierung keine Einschränkungen.“