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Montag, 05.11.2018

RBC-Trainer Müller: „Absage war ein Thema“

Von Jürgen Schwarz

Auch mit seinen 64 Jahren macht der Radebeuler Trainer Matthias Müller immer noch eine gute Figur auf dem Platz. Co-Trainer Nikica Maglica, 53, musste beim RBC sogar schon in der Landesliga aushelfen. Foto: H.-E. Friedrich
Auch mit seinen 64 Jahren macht der Radebeuler Trainer Matthias Müller immer noch eine gute Figur auf dem Platz. Co-Trainer Nikica Maglica, 53, musste beim RBC sogar schon in der Landesliga aushelfen. Foto: H.-E. Friedrich

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Der Radebeuler BC hat in die Erfolgsspur zurückgefunden. Nach zwei 0:1-Niederlagen gegen Stahl Riesa und Pirna-Copitz, kehrte die Mannschaft von Trainer Matthias Müller mit einem 2:1 (2:0)-Erfolg aus Taucha zurück. Zwei Tage zuvor sah es allerdings nach einer Absage aus.

„Am Donnerstag hatten wir noch zwei Torhüter und zehn Feldspieler beim Training“, berichtete „Lotte“ Müller. „Dann verletzte sich noch Michal Adamczyk, während Felix Helm verkündete, aufgrund eines privaten Termins nicht mit nach Taucha fahren zu können. Zusammen mit meinem Co-Trainer Nikica Maglica haben wir ernsthaft darüber nachgedacht, die Partie absagen zu lassen.“ Zum Glück meldete sich zum Abschlusstraining am Freitag Routinier Benno Töppel wieder gesund, zudem wurden mehrere Spieler aus der zweiten Mannschaft in den Landesliga-Kader berufen. Müller entschied, doch nach Taucha zu fahren, wurde aber nach dem Sieg erneut deutlich: „Die Absage war ernsthaft ein Thema. Der Verein muss sich entscheiden, ob er weiter in der Sachsenliga spielen will. So macht das keinen Sinn und auf Dauer geht das auch nicht gut. Wir improvisieren nur noch.“

Talke gibt die richtige Antwort

Immerhin ging Müllers personelle „Lotterie“ auf. Erik Talke und Kapitän Felix Graage besetzten die Innenverteidigung und agierten tadellos. „Erik hat schon vor dem Spiel eine sehr gute Ansprache erhalten. Durch seinen unnötigen Platzverweis in Riesa hatte er der Mannschaft einen Bärendienst erwiesen, aber die Antwort, die er in Taucha auf dem Platz gegeben hat, war bärenstark“, freute sich sein Trainer, der in einem 4-3-3-System beginnen ließ. Im Mittelfeld knüpfte der Argentinier Ezequiel Horacio Rosendo gewohnt spielsicher die Fäden. Mann des Tages aber war (wieder einmal) Benno Töppel. In der 21. Minute verwandelte er einen Freistoß direkt, 60 Sekunden später erhöhte er mit seinem fünften Saisontor auf 2:0 – und staunte selbst: „Meine Familie war dagegen, dass ich so kurz nach der Erkrankung wieder spiele. Der Trainer meinte aber, ich wäre wichtig, auch wenn ich nur 60 Prozent bringen könnte. Dann ist es optimal gelaufen, obwohl ich nicht gedacht habe, dass ich die 90 Minuten schaffe. Letztendlich war es eine geschlossene Mannschaftsleistung, bei der jeder Spieler wirklich alles aus sich herausgeholt hat.“ Nach dem Wechsel kamen die Tauchauer vor nur 98 zahlenden Besuchern zwar zum Anschlusstor durch Tony Kaiser (60.), aber die Radebeuler behielten die Köpfe oben.

„Es war klar, dass wir unter Druck geraten und zum Schluss auch noch etwas Spielglück benötigen“, so Müller. Der 64-Jährige sah dann sogar den dritten Treffer von Töppel, den Schiedsrichter Mirko Eckart aus Döbeln aber wegen eines vorangegangenen Foulspiels nicht anerkannte. „Das muss er nicht pfeifen“, meinte Müller, dessen Schützlinge im fünften Anlauf den ersten Auswärtssieg in dieser Saison feierten. „Wir haben 15 Zähler auf dem Konto und darauf bin ich stolz. Es wäre aber fatal, wenn einige Leute die Punktausbeute aus Grundlage nehmen und meinen, dass wir in der Winterpause unseren Kader nicht vergrößern müssen.“