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Mittwoch, 07.03.2018

RB Leipzig droht Minuskulisse

Für die Rasenballer könnte die Achtelfinal-Premiere im Europacup gegen St. Petersburg zur zähen Angelegenheit werden. Dass erst wenige Tickets verkauft wurden, finden selbst die eigenen Fans peinlich.

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RB-Leipzig-Trainer Ralph Hasenhüttl will daheim gegen St. Petersburg auf keinen Fall ein Gegentor kassieren.
RB-Leipzig-Trainer Ralph Hasenhüttl will daheim gegen St. Petersburg auf keinen Fall ein Gegentor kassieren.

© dpa

Leipzig. RB Leipzig steht zum ersten Mal in einem Europacup-Achtelfinale – doch die Euphorie kühlt weiter ab. Nur 18.000 Karten wurden bis Mittwochmittag für das Hinspiel der Europa League gegen Zenit St. Petersburg am Donnerstag (21.05 Uhr/Sky und Sport1) verkauft. Auch auf dem Rasen wird es wohl kein Spektakel geben, Trainer Ralph Hasenhüttl will auf Vollgas-Fußball verzichten.

„Am Donnerstag wird es vor allem darum gehen, defensiv so kompakt zu stehen, dass wir keinen Gegentreffer kassieren“,sagte Hasenhüttl, der die Aufgabe aber optimistisch angeht: „Neapel aus dem Wettbewerb zu werfen, hat uns Selbstvertrauen gegeben. Und ich bin überzeugt, dass wir auch gegen Zenit bestehen können.“

Der unbedingte Siegeswille früherer Tage scheint dennoch endgültig einer neuen Strategie der Vernunft gewichen zu sein. Man müsse „ein gutes Ergebnis erzielen“, so der Coach, um „auswärts den Einzug in die nächste Runde“ klarzumachen.

Das verspricht für Donnerstag nicht unbedingt ein rauschendes Fest, vielleicht auch, weil viel Respekt vor dem Gegner da ist. „Das ist ein sehr großer Verein aus Russland, eine sehr gute Mannschaft. Die spielen seit Jahren international“, sagte RB-Torhüter Peter Gulacsi.

Gegen den viermaligen russischen Meister kann Hasenhüttl einigermaßen aus dem Vollen schöpfen und nahezu dieselbe die Elf aufbieten, die am Samstag gegen Borussia Dortmund ein 1:1 erkämpfte. Lediglich Mittelfeldspieler Kevin Kampl fällt wegen muskulärer Probleme aus.

Trotz Torflaute dürfte auch Timo Werner wieder erste Wahl sein, obwohl der Nationalspieler erstmals verriet, dass die englische Premiere League für ihn „ein Traum“ sei. Vor allem Manchester United und der FC Liverpool hätten es ihm angetan. „Das sind die zwei, von denen ich ein kleiner Fan war, weil sie so viel Geschichte haben“, sagte Werner dem englischen Magazin FourFourTwo.

Zuletzt lief es für die erfolgsverwöhnten Sachsen nicht mehr rund. Seit vier Pflichtspielen ist die Hasenhüttl-Elf ohne Sieg und in der Bundesliga aus den Champions-League-Plätzen gerutscht.

Vielleicht liegt es auch an der kleinen Formdelle, dass nicht mehr so viele Fans ins Stadion pilgern. Obwohl die Tickets für Donnerstag so günstig wie bei keinem anderen internationalen Heimspiel angeboten wurden (15 bis 55 Euro), werden wohl kaum mehr als 25.000 Zuschauer kommen. Schon gegen den 1. FC Köln (1:2) waren es nur 31.793 Besucher.

Die Fans schlagen in den Foren Alarm. „Die Anstoßzeit ist schwierig, das wissen wir, aber es kann doch nicht sein, dass gerade mal ein Viertel der Tickets bisher verkauft wurden“, hieß es in einem Beitrag des Fanclubs „Südkurve Leipzig - Vorwärts Rasenball“: „So können wir uns irgendwo unterhalb von Wolfsburg einordnen. Es ist echt peinlich.“ (sid)

Leser-Kommentare

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Insgesamt 12 Kommentare

Alle Kommentare anzeigen

  1. Andreas

    Ja so ist das beim Brauseclub ohne jegliche Traditionen und Legitimation in der Bundesliga. Wenn alles nur durch's Geld erkauft ist und dann der Erfolg ausbleibt , bleiben Möchtegern und Gernegroß aus der selbsternannten Welt- und Heldenstadt dem Spektakel fern. Da soll es doch in der tiefsten Provinz Vereine mit echten Mitgliedern geben, bei denen es in der 3. Liga einen höheren Zuspruch gab. Gottseidanksind eben nicht Alles und nicht Alle käuflich.

  2. Berg

    Andreas antworte ich erstmal cool: JEDER Sportclub beginnt irgendwann ersteinmal und hat dann nach 5 Jahren eben erst eine fünfjährige "Tradition". Chemie und Lok aus Leipzig mit großen Traditionen - aber fehlender Leistungsstärke: ist das etwa besser? - Für RB meine ich: es ist fraglich, ob die Teilnahme an den Europacups überhaupt gut für die Mannschaften hinter Bayern ist. Bleibt aufm sechsten Platz ohne EC-Teilnahme, macht schöne Ferien und ein schönes Trainingslager und Ihr braucht keine Häme über Niederlagen oder halbleere Stadion zu ertragen!

  3. Moritzburger

    Warum berichtet die SZ über diese Firma in den Sportnachrichten und nicht im Wirtschaftsteil? Denn das ist KEIN Verein. War es noch nie und wird es nie sein. Jeder Artikel über RB bringt mich der Kündigung meines über 25-jährigen Abos der SZ näher. Das ist keine Erpressung sondern mangelnde Kundenorientierung der SZ. Der Käufer entscheidet über das Wohl einer Firma, nicht (nur) der Schreiberling.

  4. Harry

    An den Moritzburger: Wow 25 Jahre Sz Abo, na die werden dir aber keine Träne nachweinen wegen deiner Kündigung. Darf jetzt 100 Jahre kein Verein mehr gegründet werden nur weil sich 1953 einer gegründet hat? Oh Mann das ewige von gestern, träum weiter!!!

  5. Moritzburger

    @4: Kleine Korrektur: Vereine dürfen immer gegründet werden. Aber keine GmbH´s oder Kapitalgesellschaften , die rechtswidrig ins Vereinsregister eingetragen werden. Und übrigens, bei der Entwicklung der Abo-Zahlen der SZ wird man sehen, wer zuletzt weint. Da bin ich ganz entspannt.

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