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Montag, 09.07.2018

Rathausglocke bleibt nachts an

Das Schweigen der Hämmer gilt aber weiter für St. Marien in Kamenz. Der Kompromiss mit den Anwohnern wurde jetzt auch bei einem Kaminabend erläutert.

Von Frank Oehl

Es bleibt dabei: kein nächtlicher Glockenschlag bei der Kamenzer Hauptkirche St. Marien.
Es bleibt dabei: kein nächtlicher Glockenschlag bei der Kamenzer Hauptkirche St. Marien.

© Rene Plaul

Kamenz. SZ-Leserin Anni Müller hatte am letzten Lesertelefon einen länger währenden Streitpunkt in der Stadt wieder aufgewärmt. „Jetzt, wo der Beschwerdeführer von der Kirchstraße weggezogen ist, könnte doch endlich wieder der nächtliche Halbstunden- und Stundenschlag der Hauptkirche St. Marien ertönen. Viele würden sich an dem Wohlklang sehr erfreuen.“ Nun, das mag sein. Allerdings hat der Kirchenvorstand der evangelisch-lutherischen Kirchgemeinde in Kamenz in den letzten Jahren auch zur Kenntnis genommen, dass es nicht nur einen Beschwerdeführer in der Sache gegeben hatte. Zumal der eigentliche Sinn des Schellenschlages, der Anwohnerschaft an die reale Zeit zu erinnern, in den vergangenen Jahrzehnten überflüssig geworden ist. Auch auf aktuelle Anfrage der SZ hin bleibt man bei der jetzigen Festlegung: Von 22 Uhr am Abend bis 6 Uhr in der früh schweigen die Hämmer. Zuletzt, am 28. Juni, habe man dies auch bei einem Kaminabend in der Galerie der Klosterkirche St. Annen erläutert. Ein „Rein in die Kartoffeln!“ und dann wieder ein „Raus aus den Kartoffeln!“ werden es nicht geben, heißt es ausdrücklich.

Zum Glück gibt es ja die Schelle am Rathaus noch. Sie wird zuverlässig auch nächtens angeschlagen. Zwar etwas leiser als die in der St. Marien, dafür häufiger, weil sie sich ja auch zu den Viertelstunden bemerkbar macht. Hierzu hatte der Bau- und Stadtentwicklungssausschuss des Stadtrates kürzlich beraten. Rathaussprecher Thomas Käppler: „Man war sich darüber einig, an der gegenwärtigen Situation nichts zu ändern und das Schlagwerk der Rathausuhr in der Nacht nicht abzustellen.“