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Freitag, 14.11.2008

Rathaus lässt Möbel-Riesen einfach sitzen

Von Anke Schröck

Es hat sich ausgemöbelt: Porta kommt nicht nach Chemnitz. Gestern gab es ein letztes Gespräch zwischen dem Möbel-Riesen (21 Häuser deutschlandweit, eine Milliarde Jahresumsatz) und OB Barbara Ludwig (46, SPD). Ergebnis: Chemnitz hat keinen passenden Standort, die Stadt vergrault den Investor. Porta wollte für 40 Millionen Euro ein Möbelhaus bauen und 200 Arbeitsplätze schaffen.

Auch der zuletzt favorisierte Standort Hartmannplatz bekam gestern eine Absage. „Für die Verwaltung war immer Bedingung, dass es eine akzeptierte Alternative für den Volksfestplatz gibt“, sagt Stadtsprecherin Katja Uhlemann (30). Auch für Porta schied der Platz aus. „Weil die Hartmannhalle nicht abgerissen werden darf und für eine Straßenbahntrasse 3200 Quadratmeter Grundstück reserviert sind“, sagt Porta-Geschäftsführer Gerhardt Laubmeyer (57). Er ist verwundert über diese plötzlichen Bedingungen. „Schließlich hat uns die Stadt selbst den Platz vorgeschlagen.“ Die Stadt besteht darauf, dass es genau anders herum war.

Als einzigen möglichen Standort gab die Stadt gestern nur noch das Areal um Johannisplatz und Rawema-Haus an. Das lehnte wiederum Porta ab. „Dort ist die Grundfläche zu klein, wir hätten ein Möbelhaus über sieben oder acht Etagen bauen müssen“, sagt Laubmeyer. Den von Porta favorisierten Standort Sachsen-Allee hatte die Stadt mit Verweis auf das Zentrenkonzept abgelehnt.

Das Ende vom Lied: Porta kommt nicht nach Chemnitz. „Man hat uns unmissverständlich gesagt, dass außerhalb der Innenstadt kein Standort möglich ist“, sagt der Porta-Chef. „Wir sind enttäuscht.“ OB Barbara Ludwig: „Ich bin überzeugt, dass unter all diesen Umständen die Nicht-Ansiedlung die bessere Lösung ist.“