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Dienstag, 13.03.2018

Rassismus ist ein schleichendes Gift

Die Internationalen Wochen gegen Rassismus haben am Montagabend ihren Auftakt in Dresden gefeiert. In rund 140 Veranstaltungen geht es um den Umgang mit Migranten.

Von Christoph Springer

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Aiman Mazyek (l-r), Vorsitzender des Zentralrats der Muslime, Jürgen Micksch, Geschäftsführender Vorstand der Stiftung für die Internationale Wochen gegen Rassismus, Theo Zwanziger, Vorsitzender des Stiftungsrates und Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) während der Pressekonferenz anlässlich der Internationalen Wochen gegen Rassismus.
Aiman Mazyek (l-r), Vorsitzender des Zentralrats der Muslime, Jürgen Micksch, Geschäftsführender Vorstand der Stiftung für die Internationale Wochen gegen Rassismus, Theo Zwanziger, Vorsitzender des Stiftungsrates und Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) während der Pressekonferenz anlässlich der Internationalen Wochen gegen Rassismus.

© dpa

Dresden. Mehrere Frauen mit Kopftüchern stehen an einer Haltestelle. Der Bus kommt, aber der Fahrer lässt sie zunächst nicht einsteigen. Ein Beispiel für Alltagsrassismus aus Dresden. Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) berichtete am Montag von dieser Begebenheit. Er sagte nicht dazu, um was für einen Bus es sich handelte. „So etwas ärgert mich massiv“, stellte Hilbert fest. „Ängste abbauen und neugierig sein“ sollten die Dresdner beim Umgang mit Migranten.

Dazu wollen auch die bundesweiten Internationalen Wochen gegen Rassismus beitragen. Im Rathaus wurden sie am Abend eröffnet. Mit dabei: Ex-DFB-Präsident Theo Zwanziger, Vorstandsmitglied der Stiftung für die Veranstaltung. „Rassismus ist ein schleichendes Gift“, sagte der ehemalige Fußballpräsident. Dagegen wendet sich die Veranstaltung mit bundesweit 2 000 Programmpunkten. „Das ist mir nicht genug“, stellt Zwanziger fest und lenkte den Blick darauf, dass es in Deutschland allein 26 000 Fußballvereine gibt. Auch dort könnte mehr gegen Alltagsrassismus getan werden, gab Theo Zwanziger damit zu verstehen.

Dresden haben die Veranstalter für ihren Auftakt gewählt, weil das Programm in keiner anderen Stadt so umfangreich ist wie hier, sagte Jürgen Micksch, Vorstand der Anti-Rassismus-Wochen. Es sind rund 140. Außerdem spielte Pegida eine Rolle bei dieser Entscheidung. „Wir wollten dorthin, wo solche Gruppierungen besonderes Gewicht haben“, begründete er diese Wahl weiter.

Die Aktionswochen stehen unter dem Motto „100 Prozent Menschenwürde. Zusammen gegen Rassismus“. Sie enden in Dresden am 6. April mit einer Gedenkveranstaltung für Jorge Gomondai. Er starb am 6. April 1991 an den Folgen einer rassistischen Attacke.

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Insgesamt 10 Kommentare

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  1. Alex

    Es gab mal ein Fußballspiel zwischen den Niederlanden und Deutschland. Da hat ein farbiger Niederländer dem Rudi Völler von hinten in die Haare gespuckt. Nicht auszudenken, wenn es anders herum passiert wäre. Also bitte, Rassismus, wenn es denn so etwas überhaupt gibt, sollte man nicht immer nur von weiß auf farbig sehen. Es gibt das auch anders herum.

  2. S.

    Rassismus sollte in jeder Form bekämpft werden. Kleine Gesten im Alltag könnten schon dabei helfen, Vorurteile auzuheben. Manchmal reicht nur ein Lächeln und das nicht nur gegenüber Migranten, Andersdenkenden, sondern auch dem vermeintlich unliebsamen Nachbarn und Frauen. Wenn jetzt der Kritiker sagt, ja, aber die Ausländer vom Hbf... Klar gibt es Grenzen für Gastfreundschaft und Freundlichkeit aber bis dahin sollten sich alle mit mehr Respekt und Toleranz begegnen.

  3. Radebeuler

    @1: Das nenne ich mal eine postfaktische Nebelkerze. Wir leben in einem von 99% durch Weiße dominierten Kontinent. Wie bitte soll dann ein einziger Farbiger "Rassismus" ausüben? Dagegen existiert in der Mehrheit der Europäer ein latenter Rassismus, welchen der Kolonialismus erzeugt. Vielleicht gibt es in Nigeria Rassismus gegen Weiße. In Europa, Australien und Nordamerika geht Rassismus jedoch nur von Weißen aus. Wie sollte es auch sonst sein. Alles andere sind FakeNews der postfaktischen Parallelgesellschaften.

  4. Alex

    Wenn Menschen, die durch halb Europa gewandert sind, ungefragt und illegal in mein Land kommen, ist es mein gutes Recht zu fordern, dass diese Menschen umgehend mein Land zu verlassen haben. Das hat nichts mit Rassismus zu tun, sondern ist nur die Herstellung von Recht und Gesetz und Einhaltung internationaler Verträge und Abkommen. Was sagt denn Herr Zwanziger zur Entlassung der farbigen Fußballtrainerin S. Jones? Hätte sie nicht erst einmal ein paar Therapiestunden bekommen sollen?

  5. Dieter

    Die Gutmenschen und Willkommenskulturellen schlagen auf jeden mit der Rassismus- und Frendenfeindlichkeitskeule ein, auch wenn er nur gegen die unkontrollierte und ungezügelte Einwanderung von Wirtschaftsflüchtlingen in unsere Sozialsysteme ist. Die überwiegende Mehrheit der Gegner dieser merkelschen Grenzöffnung hat gewiss nichts gegen chinesische Touristen oder afrikanische Wissenschaftler in Deutschland. Aber die Medien fördern ja solche undifferenzierten Paschalierungen. Einerseits sind da selbst die eingedrungenen kriminellen Nordafrikaner angeblich "Schutzsuchende" und andererseits ist jeder, der mit der Palästinapolitik Israels nicht einverstanden ist ein "Antisemit". In der DDR war jeder, der nicht systemkonform war, "gegen den Frieden". Soweit sind wir mit der Stignatisierung derer, die nicht der Meinung der Gutmenschen folgen, in der sogenannten Demokratie nun wieder.

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