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Freitag, 12.10.2018

Raser sollen ausgebremst werden

Nach dem tragischen Unfall wünschen sich die Anwohner mehr denn je ein Tempolimit vor dem Ortseingang. So schnell wird das nicht passieren.

Von Sylvia Jentzsch und Elke Görlitz

Auf der Kreisstraße zwischen Ziegra und Meinsberg kam es am späten Dienstagnachmittag zu dem tragischen Unfall, bei dem ein Junge tödlich verletzt wurde. Auf dem Abschnitt gib es keine Geschwindigkeitsbegrenzung.
Auf der Kreisstraße zwischen Ziegra und Meinsberg kam es am späten Dienstagnachmittag zu dem tragischen Unfall, bei dem ein Junge tödlich verletzt wurde. Auf dem Abschnitt gib es keine Geschwindigkeitsbegrenzung.

© - keine Angabe im huGO-Archivsys

Waldheim. Bürgermeister Steffen Ernst kann seine Tränen kaum zurückhalten. Der tragische Unfall kurz vor Meinsberg bei dem ein zehnjähriger Junge ums Leben kam, geht ihm sichtlich nahe. „Es macht einen sehr betroffen, wenn so etwas passiert. Es ist noch dramatischer, wenn ein Kind gestorben ist“, sagte der Bürgermeister mit gebrochener Stimme.

Am Mittwochvormittag setzte er sich mit Gemeindewehrleiter Daniel Seifert in Verbindung, um zu erfahren, wie die Feuerwehrleute den Einsatz verkraftet haben. Diese wurden zwar nicht direkt zum Unfall gerufen, mussten aber die Straße reinigen. Schlimm genug, da in dem Ort jeder jeden kennt.

„Die Kameraden haben sich nach ihrem Einsatz noch einmal hingesetzt und miteinander gesprochen“, sagte der Meinsberger Ortswehrleiter Stefan Voss. Das werde immer so gehandhabt, um das Erlebte zu verarbeiten. Wie er dem Döbelner Anzeiger sagte, würden die Meinsberger seit langem ein Tempolimit für die Straße fordern. Ob zu schnelles Fahren Ursache für den Unfall war, bei dem ein Ford das Kind beim Überqueren der Fahrbahn mit sich riss, steht nicht fest. „Es gibt viele Vermutungen, wie der Unfall passiert sein könnte“, so Ernst. Doch die Klärung des Unfallhergangs obliege allein der Polizei. An Mutmaßungen will sich der Bürgermeister nicht beteiligen.

Doch eines weiß er genau: Der Unfall sollte Anlass sein, Fachleute zu beauftragen, um zu überprüfen, ob eine Geschwindigkeitsbegrenzung erfolgen muss. Beauftragen kann eine solche Analyse aber nur der Landkreis, der für die Kreisstraße verantwortlich ist. Erlaubt ist dort Tempo 100.

Das bestätigte auch der Pressesprecher des Landkreises André Kaiser. „In regelmäßigen Abständen gibt es Verkehrsschauen mit der Polizei und der Straßenmeisterei, um aufkommende Gefahrensituationen auszuschließen“, so Kaiser. Zurzeit könnte der Landkreis keine verkehrsrechtlichen Maßnahmen ableiten.

Noch mehr gefährliche Stellen

Für die Meinsberger aber ist es schon wichtig, dass das Tempo auf der Straße gedrosselt wird und das Ortseingangsschild so versetzt wird, dass Tempo 50 ab dem ersten Grundstück aus Ziegra kommend gilt. Das sagten Anwohner dem DA. Sie beobachten öfter, dass außerhalb der Ortschaft sogar schneller als die erlaubten 100 Stundenkilometer gefahren wird.

Nicht nur die Straße in Meinsberg bedürfe möglicherweise einer Überprüfung, wie der Bürgermeister sagt. Denn abbgelegene Grundstücke, wie das Elternhaus des tödlich verunglückten Jungen an der Waldheimer Straße gibt es mehrere. „Ich denke da an Gebersbach. Auch dort befinden sich zwei Häuser nach dem Ortseingangsschild“, nannte er ein weiteres Beispiel. Ob sich die Kraftfahrer dann jedoch an die Geschwindigkeitsbegrenzung halten würden, dafür könne niemand garantieren. Hier spiele die Vernunft der Kraftfahrer eine Rolle, sagte Steffen Ernst.

Einen anderen Kritikpunkt der Meinsberger kann der Waldheimer Bürgermeister aber nicht verstehen. Aus deren Sicht ist die Querung der Straße vom Radweg in Richtung Neuhausen gefährlich. „Der Weg ist so angelegt, dass in der Ortslage Kaiserburg ein gefahrloses Überqueren möglich ist“, so Steffen Ernst.

Die Polizei sucht Zeugen des tragischen Unfalls, der sich am Dienstag gegen 16.50 Uhr in Höhe des Grundstücks Waldheimer Straße 1 ereignet hat. Hinweise werden unter Telefon 0371 87400 erbeten.