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Donnerstag, 14.01.2016

Ran an den Rollator

Immer mehr Meißner pflegen zu Hause Angehörige. Im Carpe Diem erhalten sie Hilfe.

Von Marcus Herrmann

Immer mehr Menschen pflegen einen geliebten Menschen bei sich zu Hause oder in der Wohnung des Angehörigen. Im Seniorenparks Carpe Diem gibt es für Angehörige einen Seminar. Unter Anleitung einer Pflegekraft lernen die Teilnehmer praktisch und theoretisch, was es bei den Themen Ernährung, medizinische Behandlung und Säuberung von bettlägerigen Angehörigen, Mobilität im Alter oder bei Rechtsfragen zu beachten gilt.
Immer mehr Menschen pflegen einen geliebten Menschen bei sich zu Hause oder in der Wohnung des Angehörigen. Im Seniorenparks Carpe Diem gibt es für Angehörige einen Seminar. Unter Anleitung einer Pflegekraft lernen die Teilnehmer praktisch und theoretisch, was es bei den Themen Ernährung, medizinische Behandlung und Säuberung von bettlägerigen Angehörigen, Mobilität im Alter oder bei Rechtsfragen zu beachten gilt.

© Symbolbild/André Wirsig

Meißen. Zum letzten Mal sitzen die zwölf Teilnehmer in lockerer Runde im Besprechungsraum des Seniorenparks Carpe Diem an der Dresdner Straße zusammen. Sie kommen aus Meißen, Radebeul, Coswig oder Weinböhla. Manche pflegen zu Hause Ehepartner, andere Geschwister oder Eltern, manche sind knapp über 50, andere weit über 80. Was sie alle eint: Sie pflegen einen geliebten Menschen bei sich zu Hause oder in der Wohnung des Angehörigen.

„Sie alle bringen Erfahrungskompetenz mit. Aber um Angehörige in den eigenen vier Wänden richtig betreuen zu können, braucht es mehr“, sagt Martin Lars Weber, Chef des Carpe Diem. Deshalb hat er seit Anfang September zusammen mit Pflegeberaterin Uta Lindner vom Vertragspartner AOK Plus ein Seminar – bestehend aus Basis- und Aufbaukursen zu jeweils 90 Minuten – ins Leben gerufen.

„Sie sind kostenlos, die Leistung übernimmt die Krankenkasse, was kaum jemand weiß“, so Weber. Unter Anleitung einer Pflegekraft lernen die Teilnehmer praktisch und theoretisch, was es bei den Themen Ernährung, medizinische Behandlung und Säuberung von bettlägerigen Angehörigen, Mobilität im Alter oder bei Rechtsfragen zu beachten gilt. „Ich pflege zu Hause in Coswig meine 92-Jährige Mutter in deren Wohnung“, sagt Maria Opitz, selbst 71 Jahre alt.

Das Seminar habe ihr geholfen, vor allem die Informationen zu den Rechten und gesetzlichen Möglichkeiten, die man in privater Pflege hat. Aber auch die praktischen Tipps. „Vor ein paar Monaten kam meine Mutter kaum mehr aus dem Bett. Jetzt dreht sie sogar wieder Runden mit ihrem Rolllator“, zeigt sich Opitz zufrieden. Sie empfiehlt jedem, der Angehörige zu Hause pflegt, bei der Krankenkasse nach einem Kurs zu fragen. Am Carpe Diem soll es jedenfalls eine Neuauflage geben. „Möglichst schon im Frühjahr“, sagt Weber. Der Bedarf sei da.